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Weselsky kündigt neue Streiks an
GDL:Tarifverhandlungen mit Deutscher Bahn gescheitert

GDL: Tarifverhandlungen mit Deutscher Bahn gescheitert
Bereits nächste Woche soll es neue Streiks geben. FOTO: dpa
Frankfurt. Bahnkunden müssen sich schon kommende Woche auf neue Streiks einstellen. Die Lokführergewerkschaft GDL erklärte am Freitag die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert. GDL-Chef Claus Weselsky kündigte auf tagesschau24 Streiks für die nächste Woche an. Die Kunden würden rechtzeitig informiert.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber, der nach Ende der Verhandlungsrunde noch von Fortschritten gesprochen hatte, nannte das Verhalten der GDL unerklärlich. Es entspreche überhaupt nicht dem Verhandlungsstand.

Weselsky sagte, das von der Bahn vorgelegte Angebot sei nichts wert. "Champagner für den Vorstand, trocken Brot für das Zugpersonal" - das sei das Ergebnis der 16. Tarifverhandlung. In dem Vorschlag der Bahn stehe nichts anderes drin, als dass demnächst ein Angebot vorgelegt werde. "Wir haben die DB vorher gewarnt und darauf hingewiesen, dass wir nicht verhandeln um des Verhandelns willen", sagte der GDL-Chef.

Dem widersprach Bahn-Verhandlungsführer Weber. "Wir sind einen Meter vor der Ziellinie und haben ein Paket mit Lösungen und guten Vorschlägen auf dem Tisch." Zudem seien für den 27. und 29. April auch schon weitere Verhandlungsrunden vereinbart gewesen, um über Geld und Arbeitszeiten zu sprechen.

Bahnchef: Wollen Lösung ohne weitere Streiks erreichen

Bahnchef Rüdiger Grube rief zu "Vernunft und Augenmaß" in dem bald einjährigen Tarifkonflikt auf. "Uns geht es darum, eine Lösung ohne weitere Streiks zu erreichen", sagte er den "Ruhr Nachrichten" (Samstagausgabe). Die diversen GDL-Streiks hätten bereits zu Schäden von 166 Millionen Euro geführt.

Die GDL wirft der Bahn schon seit einiger Zeit eine Hinhaltetaktik vor, um so auf das Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung zu warten, das noch vor Sommer beschlossen werden soll. Die Bahn hatte dem stets widersprochen und von mühsamen Fortschritten gesprochen.

Die Lokführergewerkschaft hat im laufenden Tarifkonflikt bereits sechsmal gestreikt. Sie wirft der Bahn vor, der Konzern wolle verhindern, dass die Lokführervertreter unabhängig von der deutlich größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG für ihre Mitglieder auch beim Zugpersonal eigene Verträge aushandeln.

Die Tarifgespräche waren auch deshalb so schwierig, weil die GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) teils für dieselben Beschäftigtengruppen Abschlüsse erzielen wollen. Ziel der Bahn ist es, für GDL- und EVG-Mitglieder vergleichbare Verträge zu erreichen.

(REU/dpa)
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