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Banken und Sparkassen
Gebührengrenze fürs Geldabheben von fünf Euro

Berlin (RPO). Deutschlands Banken und Sparkassen wollen für das Geldabheben an Automaten fremder Institute offenbar eine Obergrenze von fünf Euro einführen.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Expertenkreisen. Die Gebühr soll demnach zunächst für eineinhalb Jahre gelten. Noch müssen sich die Verbände demnach aber untereinander abstimmen.

Die Banken und Sparkassen waren in den vergangenen Wochen wegen teils hoher Abhebegebühren an Geldautomaten für die Kunden fremder Institute in die Kritik geraten. Verbraucher müssen fürs Abheben bei der Konkurrenz derzeit Gebühren von bis zu zehn Euro zahlen. Im Schnitt fallen einer Untersuchung der Frankfurter Finanzberatung FMH zufolge Gebühren von 5,64 Euro an.

Aigner stellt Einigung in Aussicht

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner rechnet in den nächsten Wochen mit einer Einigung auf eine Obergrenze. "Ich erwarte auf alle Fälle, dass es deutlich günstiger wird und in einem vernünftigen Verhältnis auch zur erbrachten Leistung steht", sagte die CSU-Politikerin am Freitag im Deutschlandfunk. Die Banken hätten Bereitschaft signalisiert, einen Höchstbetrag für das Abheben an fremden Automaten einzuführen. Über die Höhe werde noch diskutiert. Bis April müsse die Frage geklärt werden.

Vertreter der Privatbanken trafen sich am Freitag mit Aigner. Dabei sollte es um die Abhebungsgebühren, vor allem aber über die von der Ministerin geforderten Beipackzettel zu den Risiken von Anlageprodukten gehen.

Sparkassen und Volksbanken haben sich auf ein gemeinsames Informationsblatt geeinigt, die Privatbanken verwenden ein eigenes. Verbraucherschützer fordern eine einheitliche Broschüre für alle Banken, um den Kunden Vergleichbarkeit zu bieten. In Finanzkreisen wird in den nächsten Wochen mit einer Verständigung auf ein gemeinsames Blatt gerechnet.

Fairer Kompromiss gefordert

Bei den Automatengebühren liegen die Positionen von Volksbanken und Sparkassen auf der einen sowie Privatbanken auf der anderen Seite dagegen noch deutlich auseinander, wie mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen sagten. Zwar einigten sich alle Verbände in dieser Woche auf Eckpunkte, die für eine gewisse Zeit eine Obergrenze vorsehen.

Doch über deren Höhe gibt es große Differenzen. Finanzkreisen zufolge plädieren die Privatbanken für maximal zwei Euro, während die Marktführer Sparkassen und Volksbanken fünf Euro im Visier haben. "Hier müssen sich beide Seiten noch bewegen", sagte ein Insider.

Die Institute stehen unter einem gewissen Einigungsdruck, weil das Bundeskartellamt die Gebührenpraxis unter die Lupe genommen hat. Marktforschern zufolge liegen die Entgelte im Schnitt bei fast sechs Euro, während die Bankkosten für eine Abhebung nur bei 60 bis 70 Cent liegen.

Eine Entscheidung des Kartellamts wird Finanzkreisen zufolge bis Mitte April erwartet. Besonders Kunden von Direktbanken wie der ING-Diba leiden unter den hohen Gebühren, da die Institute traditionell weniger eigene Automaten haben. Verbraucherschutzministerin Aigner fordert einen fairen Kompromiss zwischen diesen Häusern und anderen Banken mit vielen Automaten.

(AFP/ddp)
 
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