Foto: AP
Kreditversicherung
CDS sind mit einem Satz: Versicherungen gegen Kreditausfälle. Ein Kredit "in default" ist im Englischen, eine Verbindlichkeit, die nicht erfüllt wird. "Swap" bezeichnet einen Tausch. Wenn also ein Kreditnehmer einen Kredit nicht bedienen kann, geht das Risiko des Ausfalls mit einem CDS auf denjenigen über, der CDS verkauft. Doch was macht sie zu einem gefährlichen Spekulationsinstrument?
Foto: AP
CDS als Spekulationsinstrument
Als Käufer von CDS muss man aber nicht unbedingt auch Gläubiger sein. Bei einem CDS handelt es sich nämlich um ein Derivat. Ein Derivat ist allgemein ein auf Finanzmärkten gehandeltes Wertpapier, dessen Preis sich von anderen handelbaren Gütern ableitet (das so genannte Underlying). Im Falle von CDS ist das Underlying ein Kredit, was neben normalen Bankkrediten auch Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen sein können. Es handelt sich daher um ein Kreditderivat.
Statt einer Ausfallversicherung kann es daher auch als Spekulationsinstrument eingesetzt werden: Eine Wette auf die Pleite eines Staats oder Unternehmens. Wenn der Gläubiger seine Schulden nicht bedienen kann, kann so der Käufer eines CDS für einen Bruchteil der Kreditsumme die gesamte versicherte Kreditsumme einstreichen.
Foto: AP
Die Gefahr der Spekulanten
Die Kehrseite: Je höher der Preis von CDS gegen Ausfallsicherheiten auf dem Finanzmarkt gehandelt werden, desto schwieriger wird es für das betroffene Unternehmen oder Staat, sich zu refinanzieren - also neue Kredite am Kapitalmarkt aufzunehmen. Horden von Spekulanten, die auf eine Pleite wetten, wirken sich nicht gerade positiv auf die Bonität aus.
Foto: AP
Gefährliche Wette
So kann durch eine massive Wette von Spekulanten auf die Pleite einer Firma oder eines Staates das betroffene Land oder Unternehmen erst in den Bankrott getrieben werden. Deshalb haben sich die Euro-Staaten auch bemüht, den Eindruck zu erwecken, im Notfall Griechenland beistehen zu wollen.
Foto: AP
"Massenvernichtungswaffen"
US-Investmentlegende Warren Buffett nannte CDS durch den Domino-Effekt, den die Papiere über die enge Verzahnung von Kreditversicherungen unter Banken auslösen können, sogar finanzielle Massenvernichtungswaffen: Die Banken sichern sich gegenseitig ihre Kredite ab und gehen so immer höhere Risiken ein. Doch wenn eine Bank pleite geht, sind auch ihre Kreditversicherungen nichts mehr wert. Bei einer schweren Rezession mit entsprechendem hohen Ausfällen bei den Krediten wird so ein Institut nach dem anderen in den Abgrund gerissen.