Schweiz: Gemeinde verfolgt italienische Steuerfahnder
zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 21:22Rom (RPO). Der Steuerstreit zwischen der Schweiz und Italien nimmt neue Dimensionen an. Die Schweizer Grenzgemeinde Chiasso geht gegen verdächtige italienische Steuerfahnder vor, die ohne Erlaubnis in der Schweiz Nachforschungen anstellen. Die Kantonspolizei sowie Grenzpolizisten nähmen die Kontrollen vor, teilte die Gemeindeverwaltung am Donnerstag mit.
Unterdessen warnte der italienische Außenminister Franco Frattini Schweizer Behörden davor, Dinge zu tun, die zur Gefährdung der Beziehungen zwischen beiden Ländern beitragen könnten. "Ich glaube nicht, dass der Weg von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen der korrekte Weg ist", sagte Frattini am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.
Am Dienstag hatten die italienische Polizei und Steuerprüfer 76 Filialen von zumeist Schweizer Banken durchsucht. UBS und Credit Suisse haben die Kontrollen bestätigt. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien sind derzeit bereits wegen einer großzügigen italienischen Steueramnestie angespannt. Die Schweiz und San Marino befürchten, dass das Gesetz zu einem massiven Abfluss von Anlegergeldern führt.
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