Landgericht Hannover: Gericht bremst vorerst Schaefflers Conti-Übernahme
zuletzt aktualisiert: 03.03.2009 - 11:14Hamburg (RPO). Noch darf der als neuer Conti-Aufsichtsratschef vorgesehene Schaeffler-Berater Rolf Koerfer nicht in das Kontrollgremium von Continental einziehen. Das hat das Landgericht Hannover nach einer Beschwerde eines Conti-Aktionärs entschieden.
Der Wirtschaftsanwalt sei vom Amtsgericht Hannover zwar zum Conti-Aufsichtsrat bestellt worden, das Landgericht habe die Wirksamkeit des Beschlusses aber vorläufig ausgesetzt, sagte ein Justizsprecher am Dienstag in Hannover und bestätigte einen Bericht der "Financial Times Deutschland".
Durch die Entscheidung gehöre die betroffene Person "nicht wirksam dem Aufsichtsrat an und kann dort nicht zum Vorsitzenden gewählt werden", sagte der Sprecher des Landgerichts Matthias Kannengießer weiter. Der Conti-Aufsichtsrat hatte sich Ende Januar mit dem neuen Mehrheitsaktionär auf den Einzug von Koerfer und drei weitere Schaeffler-Vertretern in das Kontrollgremium verständigt. Koerfer wurde zum designierten Nachfolger von Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg bestimmt.
Conti-Aktionär sieht Interessenskonflikt
Die erste Sitzung des neue zusammengesetzten Conti-Aufsichtsrats wird nun am Freitag ohne Koerfer stattfinden. Drei neue Conti-Aufsichtsräte, Maria-Elisabeth Schaeffler, Georg Schaeffler und der Geschäftsführer ihrer Gruppe, Jürgen Geißinger, seien wirksam bestellt worden, erläuterte der Gerichtssprecher. Über die Bestellung von Koerfer werde das Landgericht aber nicht vor kommender Woche entscheiden.
Der Conti-Aktionär habe seine sofortige Beschwerde mit einem möglichen Interessenkonflikt Koerfers begründet. Daraufhin habe man dem Aufsichtsrat bis zum 10. März Gelegenheit zur Stellungsnahme gegeben und die Wirksamkeit der Bestellung Koerfers ausgesetzt.
Beschwerde gegen Koerfers Bestellung legte Conti-Aktionär Christian Strenger ein, der Mitglied der Regierungskommission Corporate Governance ist. Koerfer sei Chef-Berater der Schaeffler-Gruppe, müsse aber laut Gesetz allein die Interessen der Continental AG vertrete, sagte Strenger der "Financial Times Deutschland". Angesichts der Finanzsituation von Schaeffler gebe es zwischen beiden Funktionen einen gravierenden Interessenkonflikt.
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