Schadenersatz wegen Falschinformationen?: Gericht macht HRE-Aktionären Hoffnung
CM - zuletzt aktualisiert: 24.07.2009 - 14:13München (RP). Ein kleiner Teil der Hypo-Real-Estate-Aktionäre kann auf Schadenersatz wegen Falschinformationen hoffen. Das Landgericht München räumte Klägern, die zwischen 27. November 2007 und 15. Januar 2008 Aktien der Bank gekauft hatten, "eine gewisse Erfolgschance" ein.
Außerhalb dieses Zeitfensters gebe es dagegen kaum Aussicht, sagte der Vorsitzende Richter Mathias Ruderisch gestern beim Prozessauftakt. Das Urteil soll im Oktober verkündet werden.
In dem Sammelverfahren verklagen der Allianz-Konzern, eine Pensionskasse sowie 13 Kleinaktionäre die Hypo Real Estate (HRE) auf 3,6 Millionen Euro Schadenersatz. Die Kläger vertreten die Auffassung, der mittlerweile in Staatsbesitz befindliche Immobilienfinanzierer habe in der zweiten Jahreshälfte 2007 nicht rechtzeitig über erforderliche Abschreibungen informiert.
Der Richter hielt fest, noch im November 2007 habe der damalige HRE-Vorstand erklärt, "dass die Bank nicht betroffen sei von der Subprime-Krise" und "dass man sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen werde".
Tatsächlich seien die umstrittenen CDO-Wertpapiere, auf die die Bank später Abschreibungen vornahm, schon im zweiten Halbjahr 2007 "nicht mehr handelbar gewesen", sagte der Richter. Am 15. Januar 2008 schrieb die Hypo Real Estate dann auch 390 Millionen Euro auf die CDO-Papiere ab. Nun prüft das Gericht, ob dies nicht viel früher hätte erfolgen müssen.
Einer der Kläger hat noch am Morgen des 15. Januar HRE-Aktien für 33 Euro je Anteil gekauft. "Am Nachmittag lagen sie bei 22 Euro", sagte der Richter.
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