Modeunternehmen: Gerry Weber mausert sich zum Lifestyle-Konzern
zuletzt aktualisiert: 20.02.2006 - 14:44Düsseldorf (rpo). Der Modekonzern Gerry Weber verzeichnete bereits im vergangenen Jahr deutliche Zuwächse. Der Moderiese ist auf Erfolgskurs. In diesem Jahr ist die Einführung einer Herrenlinie geplant, die unternehmenseigenen Modegeschäfte "Houses of Gerry Weber" sollen ausgebaut werden. Konzernchef Gerry Weber plant weiter. Das Modeunternehmen soll sich zum "Lifestyle-Konzern" mausern.
Fährt das Unternehmen derzeit nur acht Prozent seines Umsatzes mit den aktuell 102 eigenen und von Franchisenehmern betriebenen Modegeschäften ein, soll dieser Anteil ab 2010 auf mehr als die Hälfte steigen, wie Weber bei Vorlage der Bilanz ankündigte.
In den nächsten drei Jahren soll dazu die Zahl der "Houses of Gerry Weber" auf bis zu 400 steigen. Das Angebot in diesen Shops soll neben der hauseigenen Damenmode und der ab Herbst angebotenen Männermode auch aus den schon jetzt im Handel vertriebenen Lizenzprodukten wie Uhren, Taschen, Brillen und Schuhe bestehen.
Zwei Drittel dieses geplanten Shopausbaus will Gerry Weber im Ausland stemmen. "Wir gehen davon aus, dass die internationalen Umsatzzahlen in den nächsten Jahren stärker wachsen werden als der Inlandsumsatz", so Weber. Einer der mit 400 Quadratmetern größten Gerry-Weber-Shops eröffnet in dieser Woche in London seine Pforten.
Neben nahezu allen EU-Ländern, in denen Gerry Weber bereits aktiv ist, setzt das Unternehmen künftig vor allem auf Osteuropa, Russland, Nah- und Fernost sowie Nordamerika und Kanada. Mittelfristig will das Unternehmen so seinen Exportanteil von zuletzt 44 auf 50 Prozent steigern.
Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/2005 (31. Oktober) steuerten die Gerry-Weber-eigenen Modegeschäfte den Löwenanteil zum Konzern-Umsatzplus von 11,6 Prozent auf 393,1 Millionen Euro bei. Der Gewinn verbesserte sich um 32 Prozent auf 16,7 Millionen Euro und machte das Vorjahr zu einem der renditestärksten in der rund 30-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 160 auf 1647, und das ausschließlich im Inland. Die Aktionäre sollen eine auf 40 (35) Cent je Aktie erhöhte Dividende bekommen.
Für 2005/2006 geht Gerry Weber von einem Umsatzplus auf 440 Millionen Euro aus. Die 500-Millionen-Euro-Schwelle soll 2007 geknackt werden. Parallel zum Ausbau zum Lifestyle-Konzern soll das Lizenzgeschäft kräftig angekurbelt und die Einnahmen daraus schon 2005/2006 auf 1,5 Millionen Euro nahezu verdreifacht werden.
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