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Geplante Stellenstreichung: Gewerkschaft macht Front gegen Telekom

zuletzt aktualisiert: 07.11.2005 - 15:38

Düsseldorf (rpo). Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Proteste gegen den drastischen Stellenabbau bei der Telekom verstärkt. Nach Gewerkschaftsangeben gingen in Frankfurt am Main 300 Mitarbeiter der Sparte T-Systems auf die Straße, um gegen die angekündigte Streichung von 32.000 Jobs zu protestieren.  

Beschäftigte auch aus Darmstadt, Eschborn und Leinfelden-Echterdingen protestierten nach Angaben von ver.di-Sprecher Carlo Böhm vor der T-Systems-Zentrale gegen den Abbau von 5.500 Stellen allein in diesem Bereich.

Die Telekom will sich in den nächsten drei Jahren von insgesamt 32.000 Mitarbeitern trennen, dabei betriebsbedingte Kündigungen aber vermeiden. In einigen Bereichen sollen neue Stellen geschaffen werden. Unter dem Strich sollen 19.000 Stellen vor allen bei der Festnetztochter T-Com wegfallen. Die Telekom verfügt im Inland noch über knapp 170.000 Beschäftigte. Seit Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1995 sind rund 100.000 Stellen bei dem Ex-Monopolisten verloren gegangen.

Betriebsräte und Sprecher der Gewerkschaften IG Metall und ver.di verurteilten die neuerlichen Streichungspläne bei der gemeinsamen Protestaktion. Sie müssten vom Tisch, bevor man sich über Einsparmöglichkeiten unterhalte, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Standorts Eschborn, Herbert Schiller. Man werde nicht hinnehmen, dass ein Konzern, der Rekordergebnisse erziele, 32.000 Menschen und deren Familien ihrer Zukunft beraube. Auch der Konzern selbst setze mit dem geplanten Abbau seine wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel.

Mit Wegfall von weiteren 5.000 Stellen gedroht

Ver.di hatte am Wochenende einen Forderungskatalog mit 20 Punkten gegen die Unternehmenspläne gestellt und unter anderem eine Verbesserung des Service verlangt, um der Abwanderung von Kunden zu begegnen. Am Dienstag sollten die Verhandlungen zwischen ver.di und der Telekom fortgesetzt werden. In den nächsten Tagen seien weitere Protestaktionen geplant, kündigte ver.di-Sprecher Jan Jurczyk in Berlin an.

Unterdessen wandte sich der Konkurrenten-Verband VATM in Köln gegen angebliche Bestrebungen der Telekom, ein geplantes Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz von der Regulierung freizustellen. Nach Angaben des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten bemüht sich die Telekom bei den laufenden Verhandlungen zwischen Union und SPD in Berlin um eine Formulierung im Koalitionsvertrag, die ihr "eine per Gesetz abgesicherte monopolartige Vormachtstellung im Breitbandmarkt ermöglichen würde".

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte mit dem Wegfall weiterer 5.000 Stellen gedroht, sollte der für drei Milliarden Euro geplante Aufbau des Glasfasernetzes mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde durch Regulierungsentscheidungen unrentabel erscheinen. Der VATM kritisierte, die Telekom versuche "wie in früheren Jahren, die Politik mit Meldungen über geplanten Personalabbau unter Druck zu setzen". Eine Re-Monopolisierung des Breitbandmarktes würde jedoch zugleich eine Vielzahl der inzwischen bei den Wettbewerbsunternehmen entstandenen Arbeitsplätze gefährden.

Quelle: ap

 
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