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General-Motors-Tochter: Gewerkschaft weist Nullrunde bei Opel zurück

zuletzt aktualisiert: 11.11.2008 - 17:39

Frankfurt/Berlin (RPO). Die angeschlagene Opel-Konzernmutter General Motors (GM) hat eine Nullrunde für ihre 50.000 Beschäftigten in Europa gefordert. Das hat die Gewerkschaft IG Metall entschieden zurückgewiesen. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild kritisierte die Pläne am Dienstag als "unangemessen, ungerecht und nicht lösungsorientiert".

Opel macht noch keine Angaben zur Höhe der benötigten Bürgschaft. Foto: ddp, ddp

Nach einem "Handelsblatt"-Bericht will GM allein durch die Nullrunde in Europa im kommenden Jahr rund 200 Millionen Dollar einsparen. Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt, erklärte, die Beschäftigten hätten "mehrfach immense materielle Beiträge erbracht und Vorschläge zur Modell- und Markenpolitik unterbreitet". Mit dem Zukunftsvertrag 2010 verzichteten sie bereits auf 1 Prozent der Tariferhöhung. Einfach nur noch mehr Geld von den Mitarbeitern zu fordern sei "konzeptionslos und kurzsichtig".

Nach Angaben des Opel-Gesamtbetriebsratschefs Klaus Franz verlangt GM von den europäischen Töchtern Einsparungen von 750 Millionen Dollar. Opel-Sprecher Jörg Schrott sagte, es gebe schon seit längerem Gespräche, "wie man das operative Geschäft an die Marktsituation anpasst". Wichtig sei vor allem, dass die Investitionen in neue Produktprogamme weiterliefen. Man müsse schließlich gute Autos anbieten können, um im Markt zu bestehen.

Die Opel-Chefetage und der Betriebsrat hatten angesichts des Konjunkturabschwungs Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe gebeten. In einem Brief an Merkel schlugen sie unter anderem stärkere Steuervergünstigungen sowie zinsgünstige Kredite für Neuwagenkäufer vor. Ein Antwort auf das Schreiben gebe es aus Berlin noch nicht, sagte Schrott.

Bank-Volkswirte sehen Autostandort nicht in Gefahr

Ökonomen der Deutschen Bank erwarten für die Autoindustrie im laufenden und im nächsten Jahr einen Produktionsrückgang von insgesamt mindestens 6 Prozent. Die deutsche Autobranche befinde sich "am Beginn einer tiefen Rezession, der ersten seit 1993", erklärten die Experten von DB Research. Ein Beschäftigungsrückgang im nächsten Jahr sei nicht zu vermeiden.

Allerdings sehen die Bank-Volkswirte den Autostandort Deutschland nicht infrage gestellt. 1993 sei die Branche nach dem Wiedervereinigungsboom um etwa 20 Prozent geschrumpft. Danach folgte der wahrscheinlich stärkste und längste Aufschwung dieser Schlüsselindustrie. 2008 werde das Produktionsniveau mehr als doppelt so hoch liegen wie 1993.

Für die Zukunft der deutschen Autoindustrie sehen die Ökonomen "viele Gründe für Optimismus und Gelassenheit". Die Verschiebung der Kundenpräferenzen zu sparsamen Autos sei zwar erst spät erkannt worden, aber voraussichtlich nicht zu spät. Die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre habe die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Allerdings müsse der technologische Vorsprung mindestens gehalten werden. Auch seien zügige Antworten auf umweltpolitische Herausforderungen und steigende Energiepreise nötig.

Ein großes Special zur Finanzkrise finden Sie hier.

Quelle: ap

 
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