Immobilienkrise: Gewinneinbruch bei Hypo Real Estate
zuletzt aktualisiert: 27.03.2008 - 20:20Frankfurt/Main (RPO). Einen Tag nach der Deutschen Bank hat auch der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate wegen der weltweiten Finanzmarktkrise das Erreichen seiner Jahresziele in Frage gestellt. Weitere Abschreibungen seien nicht auszuschließen.
Doch trotz der Gewinnwarnung verteuerte sich die Aktie nach anfänglichen Verlusten später zeitweise um mehr als 14 Prozent. Wie bereits am Vortag bei der Deutschen Bank lobten Experten die hohe Transparenz und die Vorsicht bei der Formulierung der Erwartungen.
Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass "die Planung für das Geschäftsjahr 2008 nicht ganz erreicht werden kann", hieß es von der Hypo Real Estate. Das Institut begründete dies mit insgesamt schwierigeren Rahmenbedingungen seit Jahresanfang. Mitte Januar hatte der Immobilienfinanzierer noch mitgeteilt, er erwarte 2008 eine Eigenkapitalrendite zwischen zehn und zwölf Prozent und ein Vorsteuerergebnis zwischen 1,0 und 1,2 Milliarden Euro. Die internationalen Finanzierungsmärkte seien fragil und in Teilbereichen nicht oder nur sehr eingeschränkt funktionsfähig, hieß es nun.
Für das operative Geschäft rechnet die Hypo Real Estate dagegen 2008 mit einer "Fortsetzung der positiven Entwicklung". Wachstumsimpulse werden vor allem für die durch die Depfa deutlich gestärkten Staats- und Infrastrukturfinanzierungen gesehen, bei denen von wachsenden Finanzierungsportfolien ausgegangen wird. In der gewerblichen Immobilienfinanzierung werde aus heutiger Sicht mit einer stabilen Portfolioentwicklung gerechnet.
Hypo Real Estate hatte die Depfa-Bank im Oktober übernommen, sie allerdings auf Pro-Forma-Basis in der Bilanz bereits seit Jahresbeginn berücksichtigt. Auf Pro-Forma-Basis erzielte Hypo Real Estate im vergangenen Jahr ein um 19 Prozent verringertes Vorsteuerergebnis von 862 Millionen Euro. Grund für den Rückgang sind Abschreibungen infolge der US-Immobilienkrise.
Die tatsächliche Gewinn- und Verlustrechnung, bei der das Ergebnis der Depfa erst ab dem 2. Oktober 2007 enthalten war, zeigt ein Konzernergebnis vor Steuern von 587 Millionen Euro nach 571 Millionen Euro sowie einen Nachsteuergewinn von 457 Millionen Euro, der damit um 16 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Die Zahlen entsprachen damit im Wesentlichen den bereits Mitte Januar bekanntgegebenen Daten.
Analysten der italienischen UniCredit lobten die verbesserte Transparenz bezüglich des Kreditportfolios. Der nicht bestätigte Ausblick sei hingegen keine Überraschung gewesen. Die Experten der WestLB zeigten sich wenig überrascht über die Ankündigung neuer Abschreibungen, lobten allerdings den positiven Ausblick für das operative Geschäft. Von der UBS hieß es, die Hypo Real Estate habe mit zusätzlichen Informationen die Sorgen um Kreditrisiken etwas beruhigen können.
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