Volkswagen: Gewinneinbruch trotz guter Verkaufszahlen
zuletzt aktualisiert: 26.02.2010 - 16:22Wolfsburg (RPO). Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr trotz eines neuen Verkaufsrekords einen Gewinneinbruch verzeichnet. Wie der Dax-Konzern am Freitag in Wolfsburg mitteilte, fiel der Gewinn um 79,8 Prozent auf 960 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 7,6 Prozent auf 105,2 Milliarden Euro.
Mit 6,29 Millionen abgesetzten Golf, Polo, Passat, Audi, Skoda und Co. übertrafen die Wolfsburger den Vorjahreswert um 1,1 Prozent. Die staatlichen Verschrottungsboni kurbelten jedoch vor allem die Verkäufe günstigerer und weniger profitabler Kleinwagen wie VW Polo, Seat Ibiza oder Skoda Fabia an. Zudem hatte VW seine Mitarbeiter statt in staatlich bezuschusste Kurzarbeit in die Werksferien geschickt.
Operativ schrieb Volkswagen anders als viele Wettbewerber weiter schwarze Zahlen. Dabei schlugen sich die Wolfsburger mit einem Minus von 70,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,86 Milliarden Euro schlechter als erwartet. Analysten hatten hier mit 2,07 Milliarden Euro gerechnet.
Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn erklärte, der Konzern habe "im vergangenen Jahr die schwierige Situation in der Automobilbranche erfolgreich gemeistert" und seine wesentlichen Ziele erreicht. Dies sei ein nachhaltiger Beweis der Stärke des Konzerns mit seinen neun Marken.
Zudem sei Volkswagen finanziell sehr solide aufgestellt und verfüge weiterhin über eine hohe Liquidität. "Mit diesen Voraussetzungen werden wir es auch im laufenden Jahr schaffen, unsere Stellung auf den Weltmärkten konsequent auszubauen", sagte Winterkorn. Trotz weiterhin sehr schwieriger Rahmenbedingungen sei Volkswagen zuversichtlich.
Geringere Dividende
Die Volkswagen-Aktionäre sollen 2009 eine geringere Dividende als im Vorjahr erhalten. Wie es in der Mitteilung weiter hieß, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende je Stammaktie von 1,60 Euro und je Vorzugsaktie von 1,66 Euro vor. Im vergangenen Jahr waren 1,90 beziehungsweise 1,99 Euro gezahlt worden.
Für das laufende Jahr geht der Konzern davon aus, dass die Auslieferungen an Kunden über denen des Jahres 2009 liegen werden. Die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis des Konzerns würden 2010 über den Werten des Vorjahres erwartet. Volatile Zins- und Wechselkursverläufe würden sich unverändert belastend auf das Ergebnis auswirken.
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