Dortmunder Entsorgungsfirma: Giftskandal: Envio muss Millionen hinterlegen
zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 - 17:36Arnsberg/Dortmund (RPO). Wegen des Giftskandals bei der Dortmunder Entsorgungsfirma Envio hat die Bezirksregierung Arnsberg gegen das Unternehmen eine zusätzliche Sicherheitsleistung in Höhe von 1,5 Millionen Euro angeordnet.
Die Anordnung erfolge in Abstimmung mit dem Umweltministerium, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte bei einem Besuch des Betriebes in der vergangenen Woche gefordert, dass die Entsorgungsfirma für die finanziellen Kosten aufkommt, die unter anderem durch die Sanierung des Geländes entstehen dürften.
Die Produktion bei Envio war auf Anordnung der Bezirksregierung Ende Mai nach dem Feststellen von Schadstoffbelastungen auf dem Firmengelände im Dortmunder Hafen stillgelegt worden. Der PCB-Entsorger steht im Verdacht, verseuchtes Material als gereinigt deklariert und verbreitet zu haben.
So wurden im Blut von Envio-Mitarbeitern erhöhte PCB-Werte gemessen. Bei einem Beschäftigten wurde ein um das 25.000-Fache erhöhter Wert festgestellt. PCB (Polychlorierte Biphenyle) besitzen ähnliche Eigenschaften wie Dioxine, sind giftig und gelten als krebserregend.
Als Reaktion auf die Schließung hat das Unternehmen acht Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Betroffen sind sieben Mitarbeiter der Produktion, zudem wurde einem Beschäftigten aus der Verwaltung innerhalb der Probezeit gekündigt.
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