Börsengang des Autobauers: GM: Aktienerfolg nach der Pleite
zuletzt aktualisiert: 18.11.2010 - 18:53Detroit (RPO). Der US-Autogigant General Motors (GM) hat sich mit einem erfolgreichen Börsengang zurückgemeldet im Kampf um die weltweite Poleposition der Branche. Der Kurs der Aktie schoss unmittelbar nach der Erstnotierung an der New Yorker Börse am Donnerstag in die Höhe. Vom Ausgabekurs 33 Dollar stieg der Preis wegen hoher Nachfrage auf beinahe 36 Dollar. GM-Chef Dan Akerson hatte zu Handelsbeginn die traditionelle Glocke an der New Yorker Börse geläutet.
GM hat damit 16 Monate nach der Pleite den wohl größten Börsengang aller Zeiten über die Bühne gebracht. Insgesamt sollte der Aktienverkauf 23,2 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) einbringen. Davon sollen 13,6 Milliarden Dollar an die US-Regierung fließen, den Haupteigner des Autoriesen.
Der chinesische Autohersteller SAIC Motor Corporation hat fast ein Prozent der Aktien übernommen. Nach eigenen Angaben kaufte das Unternehmen aus Shanghai für knapp 500 Millionen Dollar (367 Millionen Euro) 0,97 Prozent der Aktien von GM. SAIC ist der größte Joint-Venture-Partner von GM in China.
Erst vor 16 Monaten aus der Insolvenz gekommen
Der einst weltgrößte Autobauer GM war 2009 während der weltweiten Absatzkrise in die Insolvenz gegangen. Die Regierung in Washington hatte den Hersteller damals mit 50 Milliarden Dollar unterstützt. GM hatte dann in der Insolvenz schwere Lasten abgeworfen: 14 der 47 Werke wurden geschlossen, vier Automarken beerdigt oder verkauft, mehr als 100.000 Jobs wurden abgebaut.
Wegen der Entlastung auf der Kostenseite arbeitet GM nun wieder profitabel. Nur die Europageschäfte um die Tochter Opel machen GM noch Sorgen. Im Heimatmarkt USA dagegen wurde schon wieder kräftig Geld verdient.
Durch den Börsengang will der Staat seine Gelder zurückbekommen. Die Regierung wollte zunächst 412 Millionen Aktien im Wert von 13,6 Milliarden Dollar verkaufen. Ihr blieben dann noch 500 Millionen weitere Anteilsscheine oder 33 Prozent an GM. Um die 50 Milliarden Dollar komplett zurückzubekommen, müsste Washington die verbleibenden Aktien für 53 Dollar pro Stück oder insgesamt 26,4 Milliarden Dollar verkaufen. 10 Milliarden Dollar hatte GM schon zurückgezahlt.
Die GM-Aktien waren zeitweise siebenfach überzeichnet, nachdem der Konzern sehr starke Quartalszahlen vorgelegt hatte und die Börsianer mit einem guten Ausblick überzeugte. Der Großteil der Aktien ging an institutionelle Anleger.
Staat will sein Geld zurück
Vergangene Woche hatte GM bekanntgegeben, dass der Konzern im dritten Quartal insgesamt einen Gewinn nach Steuern von 2 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) erwirtschaftet hatte. Das ist fast so viel wie im ersten Halbjahr 2010 insgesamt. Dem Autohersteller kommen die Erholung auf dem US-Markt und gute Geschäfte in China zugute. Dagegen fielen in Europa Verluste an. Auch für das vierte Quartal rechnet der Opel-Mutterkonzern mit einem positiven Ergebnis.
Der Chef von General Motors Europa und von Opel, Nick Reilly, kündigte in der "Wirtschaftswoche" an, mit Opel und der Schwestermarke Vauxhall möglicherweise schon 2011, spätestens aber 2012 wieder Gewinne zu schreiben. Zusätzlichen Druck bei der laufenden Sanierung erwartet Reilly nach dem Börsengang der Konzernmutter nicht: "Wir machen uns selbst schon genug Druck, um möglichst schnell in die Gewinnzone zurückzukehren."
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