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Fritz Henderson GM Opel Panorama, AP 2009-1013
  Foto: AP, AP
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Gespräche über Sanierung beginnen: GM-Chef Henderson schon Montag in Rüsselsheim

zuletzt aktualisiert: 08.11.2009 - 21:38

Frankfurt/Main (RPO). General Motors will mit der Sanierung seiner deutschen Tochter Opel offensichtlich keine Zeit verlieren. Konzern-Chef Fritz Henderson kommt angeblich schon am Montag in die Opel-Zentrale in Rüsselsheim. Die Gespräche mit den Opel-Managern und Betriebsrats-Chef Klaus Franz versprechen alles andere als einfach zu werden.

Von Hendersons Blitzbesuch berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf zuverlässige Quellen. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" sind erste Spitzengespräche mit den Managern des Autokonzerns und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz geplant. GM suche bereits extern nach einem neuen Opel-Chef, der möglichst aus Deutschland kommen solle, schrieb die Zeitung und berief sich auf Konzernkreise. Mit der Vorlage des GM-Zukunftskonzepts wird für die nächsten Tage gerechnet.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hält es für ungewiss, ob General Motors (GM) rasch ein tragfähiges Konzept für die Zukunft von Opel vorlegen kann. "Ich bin auch sehr skeptisch, ob das Unternehmen, das so fehlgehandelt hat, jetzt über Nacht neue Ideen hat", sagte der FDP-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Mit Blick auf einen Antrag auf neue Staatshilfen sagte der Minister: "Der muss pflichtgemäß geprüft werden, Ausgang völlig offen. Es gibt keinen Anspruch auf Zusage."

Auf die Frage nach einer Garantie für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Opel in Deutschland, sagte er: "Das kann ich nicht garantieren. Das kann niemand garantieren." Die Bundesregierung werde sich darum bemühen. Zu einer möglichen geordneten Insolvenz von Opel, die sein Amtsvorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) einst ins Spiel gebracht hatte, sagte er: "Das muss das Unternehmen letztlich selbst entscheiden."

Koch rät GM von Bitte um Hilfe ab

Angesichts des geplatzten Magna-Deals empfahl der hessische Ministerpräsident Roland Koch GM, keine deutschen Hilfen für Opel in Anspruch zu nehmen. "Es passt einfach nicht zusammen, erst alles selber machen zu wollen und dann dem Steuerzahler in Deutschland und Europa die Rechnung zu stellen", sagte der CDU-Politiker dem Magazin "Focus". Natürlich könne GM Anträge auf Staatshilfe stellen. "Diese würden aber kritisch geprüft, weil es um Steuergeld geht", sagte er den "Ruhr Nachrichten".

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte durchblicken lassen, dass er zu weiterer staatlicher Hilfe für Opel bereit wäre. Aus Brüssel kamen jedoch mahnende Worte: Es bestehe kein Zweifel daran, dass eine an einen Arbeitsplatzerhalt geknüpfte Staatshilfe "kaum mit den Binnenmarktregeln in Einklang zu bringen sein dürfte und deshalb von Brüssel nicht akzeptiert wird", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes der "Berliner Zeitung".

Franz will deutschsprachigen Opel-Chef

Der Betriebsrat von GM Europe warnte unterdessen vor einem "Krieg" bei Opel: Es müsse verhindert werden, dass GM tiefe Einschnitte vornehme und ein "europäisches Blutbad mit Hilfe von Steuergeldern" organisiere, sagte der stellvertretende Vorsitzende des GM-Europe-Betriebsrates, Rudi Kennis, im Deutschlandfunk. Ziel müsse ein freieres Opel innerhalb von GM sein: "Sonst kommen wir in einen Krieg, in dem es keinen Gewinner gibt."

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz verlangt einen externen Nachfolger für den scheidenden General-Motors-Europa-Chef Carl-Peter Forster. Außerdem will Franz von Henderson einen langfristigen Finanzierungsplan für Opel fordern.

Unter Protest verließ der frühere Continental-Chef Manfred Wennemer am Wochenende den Beirat der Opel-Treuhand. Der wirtschaftliche Sachverstand spiele in der Treuhand keine Rolle mehr. Wennemer saß für den Bund in der Treuhand. Er stimmte aber zur Verärgerung der Regierung nicht für den Magna-Deal.

Quelle: AP/pst

 
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