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GM-Europachef Reilly in der Opel-Zentrale in Ruesselsheim
  Foto: ddp, ddp
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Autohersteller muss sparen: GM plant Schließung eines europäischen Werks

zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 15:19

Frankfurt/Main (RPO). Um ein Fünftel soll die Kapazität des Europageschäfts zurückgefahren werden – und darum will der US-Autohersteller General Motors (GM) doch ein europäisches Werk schließen. Deutschland ist wohl nicht betroffen, dafür Belgien.

Bei der Sanierung seines Europageschäfts wird GM offenbar nicht alle Werke erhalten. Es sei davon auszugehen, dass ein Werk geschlossen werde, sagte der Chef der GM-Europasparte, Nick Reilly, am Donnerstag, wie "Dow Jones Newswires" unter Berufung auf einen Teilnehmer einer Informationsveranstaltung für Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim berichtete. Grund seien die hohen Überkapazitäten.

Würde es zur Schließung eines Werkes kommen, dürfte es wohl das Werk im belgischen Antwerpen treffen. Reilly hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, die Zukunft des Standortes sei unsicher, eine Arbeitsgruppe solle Alternativen evaluieren. Den vier deutschen Standorten in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach sagte er dagegen den Erhalt zu.

Insgesamt will GM die Kapazitäten um ein Fünftel zurückfahren und nach Angaben von vergangener Woche etwa 9000 Stellen streichen, bis zu 60 Prozent an den vier deutschen Standorten. Europaweit beschäftigt Opel rund 48 000 Menschen, davon gut die Hälfte in Deutschland. In Antwerpen sind etwa 2300 Arbeiter beschäftigt. Opel wollte sich am Donnerstag auf Nachfrage nicht zu den Informationen äußern.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will das Thema Opel am Freitag mit Fachministern in Brüssel erörtern. Brüderle werde an einem Treffen des Rats der Minister für Fragen der Wettbewerbsfähigkeit teilnehmen, hatte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch gesagt. Dabei werde GM dort voraussichtlich die Pläne für die deutsche Tochter darlegen. Brüderle hatte zuvor am Mittwoch die von GM vorgelegte Zusammenfassung für ein Konzept zur Restrukturierung von Opel/Vauxhall kritisiert und als unzureichend eingestuft.

Der US-Autobauer General Motors (GM) will Staatshilfen für die Sanierung seiner europäischen Töchter Opel und Vauxhall bis 2014 zurückzahlen. Dies gehe aus dem Konzept für die Opel-Sanierung hervor, das GM der Bundesregierung vorgelegt hat, berichtete das "Handelsblatt" von Donnerstag. GM will nach Angaben der Bundesregierung 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen für die Sanierung von Opel, 600 Millionen Euro will der US-Konzern demnach selbst aufbringen.

Das Konzept sieht der Zeitung zufolge zudem einen etwa geringeren Stellenabbau vor als bislang angekündigt. Europaweit sollen demnach gut 8300 Arbeitsplätze gestrichen werden. Das wären rund 400 weniger als bislang genannt. In Deutschland kommt demnach vor allem der Standort Rüsselsheim besser weg. Dort sieht GM laut "Handelsblatt" in dem Konzept einen Abbau von 2300 Stellen vor. Nach Betriebsratsangaben waren dort bislang 2500 Jobstreichungen geplant. Insgesamt würde GM dem Zeitungsbericht zufolge aber immer noch 4700 Stellen in Deutschland abbauen.

Quelle: DDP/spo

 
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