Kampf um Opel: GM-Vize pokert im Wirtschaftministerium
zuletzt aktualisiert: 25.08.2009 - 14:54Berlin (RPO). Im Wirtschaftsministerium hat ein hochrangiges Treffen zwischen Bundesregierung und General Motors zur Zukunft des Autobauers Opel begonnen. An dem Gespräch nahm auf Seiten von GM Verhandlungsführer John Smith teil, ihm gegenüber saßen Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann und andere Vertreter von Bund und Ländern.
Zwischen Bundesregierung und dem Opel-Eigentümer gibt es immer noch offene Punkte im Hinblick auf einen Investoren für den deutschen Autobauer. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen will sich die Opel-Verhandlungsgruppe von Bund und Ländern, die unter dem Vorsitz von Homann steht, über die Gründe von General Motors informieren lassen, bislang noch keine Entscheidung im Bieterwettlauf getroffen zu haben.
Will GM Opel behalten?
Um Opel bewerben sich der kanadische Zulieferer Magna sowie der belgische Investor RHJ. Zuletzt hatte sich General Motors allerdings auch wieder mit der Option beschäftig, Opel im Konzern zu behalten. Wie das "Wall Street Journal" sowie die Onlineausgabe der "Financial Times Deutschland" am Dienstag übereinstimmend berichteten, arbeitet das GM-Management in Detroit auf Drängen des Verwaltungsrates an einem Finanzierungsplan im Umfang von 4,3 Milliarden Dollar (3,0 Milliarden Euro), um Opel selbst umstrukturieren zu können.
Hilfe aus USA und europäischen Staaten
"Deutschland hat Interesse an Magna bekundet, aber es gibt möglicherweise andere Finanzierungsquellen", zitiert das deutsche Portal informierte Kreise mit Blick auf den von Deutschland favorisierten Opel-Bieter, den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna. Der neue Plan sehe vor, dass GM für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall Hilfen aus den USA und den europäischen Staaten mit Opel-Standorten erhält.
"Wut und Empörung" bei Beschäftigten
Bei den Beschäftigten stießen die Berichte auf "Wut und Empörung", wie IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild im ZDF-"Morgenmagazin" sagte. "Wenn über die Zukunft von Opel weiterhin in Detroit entschieden wird, werden sehr viele Arbeitsplätze in Deutschland und Europa unter die Räder kommen", sagte er weiter. "Unter dieser Mutter hat die Tochter keine Zukunft", betonte er.
"Unsere Geduld ist zu Ende"
Ähnlich äußerten sich Vertreter des Betriebsrates. "Wir können nicht akzeptieren, dass Monopoly mit unserer Zukunft gespielt wird. Unsere Geduld ist zu Ende", heißt es in einer Erklärung des Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel und des Bezirksleiters der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard. Die Situation für die Beschäftigten werde immer unerträglicher.
"In den nächsten Tagen werden wir entscheiden, ob wir in Europa mit wohlüberlegten und 'kreativen' Maßnahmen den Druck erhöhen müssen", heißt es weiter in der Erklärung. Bereits am Montag war bekanntgeworden, dass die Opelaner die sofortige Auszahlung des tariflich vereinbarten Urlaubsgeldes fordern.
Massenentlassungen und Betriebsschließungen befürchtet
Einen Verbleib von Opel bei GM lehnt auch Einenkel ab. "Wenn diese Planspiele jetzt wieder zum Tragen kommen sollten, wäre dies "eine deftige und brutale Entscheidung", sagte er im Rbb-Inforadio. Sie hätte Massenentlassungen und Betriebsschließungen zur Folge. "Unter anderem das Werk in Antwerpen, das Bochumer Werk, das Werk Eisenach sollte verkauft oder geschlossen werden", erinnerte er an frühere GM-Pläne. Europaweit stünden demnach 15 000 Arbeitsplätze auf der Streichliste.
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