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Opel Platzhalter Symbol Panorama ap 2009
  Foto: AP, AP
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Harte Sanierungspläne: GM will 10.000 Stellen bei Opel streichen

zuletzt aktualisiert: 04.11.2009 - 20:38

Berlin (RPO). Nächste Hiobsbotschaft für die Opel-Mitarbeiter: General Motors will rund 10.000 Arbeitsplätze bei dem deutschen Autobauer streichen. Dies sagte GM-Vize-Chef John Smith am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. In Deutschland löste die Entscheidung von GM Empörung in der Politik und bei den Arbeitnehmern aus.

Die Kosten bei Opel müssten um 30 Prozent gesenkt werden, sagte Smith. Dies bedeute den Abbau von etwa 10.000 der gut 50.000 Arbeitsplätze in Europa. Damit bleibe der Jobabbau etwa so hoch wie auch beim bislang als Favorit für einen Opel-Kauf geltenden Autozulieferer Magna, betonte der GM-Vizechef. Magna hatte angekündigt, europaweit 10.500 Stellen abbauen zu wollen.

GM-Europachef und Opel-Aufsichtsratsvorsitzender Carl-Peter Forster sagte der "Bild"-Zeitung von Donnerstag, er rechne mit "massiven Einschnitten". "Wir hatten einen guten Sanierungsplan ausgehandelt, der auf dem Tisch lag und fertig war. Jetzt besteht die Gefahr, dass die vernünftige Verteilung der Lasten wieder aufgeschnürt wird und alles von vorne beginnt."

Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstagabend nach monatelangem Verhandlungspoker überraschend entschieden, Opel doch nicht zu verkaufen. GM begründete die Entscheidung mit dem sich "verbessernden Geschäftsumfeld" und der Bedeutung Opels für die "globale Strategie" des Unternehmens.

Der Konzern befindet sich seit Ende seines Insolvenzverfahrens im Juli im Aufwind. Smith betonte, die Geschäfte bei Opel seien zuletzt "weit über Plan" gelaufen. Noch im September hatte sich der GM-Verwaltungsrat für einen Verkauf Opels an Magna und die russische Sberbank ausgesprochen.

Empörung bei der Regierung

Die Bundesregierung reagierte auf den Rückzieher empört. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von einer "völlig inakzeptablen" Entscheidung. Diese war nur wenige Stunden nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington gefallen.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, bei dem Besuch habe es "keinerlei Anhaltspunkte" gegeben, dass sich die US-Regierung mit der Angelegenheit befasst habe. Washington ist mit Anteilen von über 60 Prozent Mehrheitseigner bei GM.

Selbst der GM-Europe-Chef Forster war nach eigenen Angaben von der Entscheidung in Washington vollkommen überrascht. "Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet", sagte er "Bild".

Die Bundesregierung forderte GM auf, nun schnellstmöglich detaillierte Pläne vorzulegen. Erst dann könne über mögliche finanzielle Hilfen entschieden werden, sagte Wilhelm. GM müsse zudem den Opel gewährten Brückenkredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro fristgemäß bis zum 30. November zurückzahlen.

Smith zeigte Verständnis für die scharfe Reaktion aus Berlin. "Ich kann die Reaktion von heute gut verstehen", sagte er. Er kündigte an, den Kredit schnell zurückzuzahlen und bald ein Konzept für Opel vorzulegen. "Ich hoffe, Deutschland wird die Vorzüge unseres Planes erkennen."

Die Arbeitnehmer von Opel wollen am Donnerstag gegen die Entscheidung von GM mobil machen. Die IG Metall kündigte Großdemonstrationen an den vier deutschen Standorten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern an. Am Freitag sollen dann europaweit Proteste folgen. Der Opel-Betriebsrat erklärte, er wolle "den Weg zurück zu GM nicht mitgestalten".

Quelle: AFP/seeg

 
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