Drohende Rezession: Greenspan warnt vor Jahrhundertkrise
zuletzt aktualisiert: 05.08.2008 - 20:19London (RPO). Der ehemalige Chef der US-Zentralbank, Alan Greenspan, hat im Zuge der Finanzkrise vor weiteren Bankenpleiten gewarnt: "Diese Krise ist anders - ein Ereignis, wie es ein oder zwei Mal pro Jahrhundert vorkommt, tief verwurzelt in den Ängsten vor der Insolvenz großer Finanzinstitutionen."
Das schrieb Greenspan in einem Gastbeitrag für die britische "Financial Times": "Es kann sein, dass eine Reihe von Banken und Finanzinstitutionen am Rande der Zahlungsunfähigkeit von den Regierungen gerettet werden."
Die Krise wurde nach Ansicht Greenspans "nicht dadurch beendet, dass die Zentralbanken riesige Dosen kurzfristiger Liquidität injizierten". Erst als staatliche Kredite an die Stelle von Krediten privater Banken getreten seien - wie im Fall der US-Bank Bear Stearns oder der britischen Bank Northern Rock -, sei ein Anschein von Stabilität an den Märkten wiederhergestellt worden.
In einer stärkeren Regulierung sieht Greenspan keinen Ausweg aus der Finanzkrise. "Regulierung, die angeblich effektive Lösung für die heutige Krise, war nie in der Geschichte fähig, Finanzkrisen zu eliminieren", schrieb der ehemalige Notenbankchef weiter. Es bestehe die Gefahr, dass einige Regierungen versuchten, ihren Zugriff auf die Wirtschaft zurück zu erlangen. "Breitet sich das aus, könnte die Globalisierung zurückgedrängt werden - mit einem horrenden Preis."
Unter der Leitung von Greenspan hatte die US-Zentralbank Fed nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 eine Politik des billigen Gelds betrieben. Im Juni 2003 erreicht der Leitzinssatz das Rekordtief von 1,0 Prozent. Schuldenmachen, wie etwa die Aufnahme von Krediten auch von Hauskäufern mit nur geringem Einkommen, wurde damit immer billiger. Kritikern Greenspans zufolge war dies ein Auslöser für die aktuelle Finanzkrise.
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