| 15.12 Uhr

Nach Kraftwerksunglück in Grevenbroich
RWE reicht Milliardenklage gegen Hitachi Power Europe ein

Tote beim Unglück am RWE-Kraftwerk
Tote beim Unglück am RWE-Kraftwerk FOTO: ddp
Düsseldorf. Acht Jahre nach dem Unglück beim Bau des Braunkohlekraftwerks Grevenbroich-Neurath hat RWE eine milliardenschwere Schadenersatzklage gegen ein beteiligtes Konsortium eingereicht.

"RWE Power macht gegen das Konsortium einen Schadenersatz von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro geltend", sagte ein Sprecher des Landgerichts Mönchengladbach am Dienstag. Bei den Beklagten handele es sich um eine Gruppe um die in Duisburg ansässige Hitachi Power Europe. RWE werfe dieser eine "schuldhafte Pflichtverletzung" vor.

Beim Bau des Kraftwerkskessels war im Oktober 2007 ein Gerüst eingestürzt. Drei Arbeiter starben. Die Baustelle war danach Monate gesperrt. RWE fordere nun wegen einer Verzögerung von insgesamt zwei Jahren Schadenersatz. Der Konzern bestätigte die Angaben. Hitachi wollte sich zu den Forderungen von RWE nicht äußern. Ein Sprecher von Hitachi in Duisburg bestätigte aber Angaben des Gerichts, wonach der Konzern in dem Verfahren seinerseits bei RWE Vergütungsansprüche von 290 Millionen Euro geltend macht. Dabei handele es sich um Mehrkosten durch die Verzögerung.

Die Staatsanwaltschaft habe bei der strafrechtlichen Untersuchung des Unfalls keine individuelle Schuld feststellen können. Demnach handele es sich um einen Fall von höherer Gewalt, die der Bauherr und nicht das Konsortium zu verantworten habe. Zu dem Konsortium gehörte neben Hitachi Power Europe und der japanischen Mutter Hitachi die inzwischen von GE übernommene Alstom Power Systems aus Mannheim. GE lehnte eine Stellungnahe ab. Am 26. Februar will das Gericht nun beide Seiten anhören. Ein Gerichtssprecher sagte, es sei möglich, dass sich die Unternehmen auf einen Vergleich einigten. Dies sei allerdings bislang trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen.

RWE hatte das Kraftwerk im August 2012 in Betrieb genommen. Mit Kosten von 2,6 Milliarden Euro gehört es zu den größten Investitionen des Konzerns. Wegen der inzwischen stark gefallenen Strom-Großhandelspreise zahlt es sich aber längst nicht mehr so aus wie gehofft.

 

(felt/REU)
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