Hypo Real Estate: Großaktionär Flowers kämpft gegen Verstaatlichung
VON ALEXANDER VON GERSDORFF - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009 - 08:26Berlin (RP). Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer hat sich der Großaktionär Christopher Flowers gegen die geplante Verstaatlichung der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ausgesprochen. "Ich will bei der Rettung an Bord bleiben und mithelfen", sagte der Amerikaner gestern in einer Experten-Anhörung des Bundestags-Finanzausschusses zum Enteignungsgesetz. Das Gesetz soll vor Ostern Bundestag und Bundesrat passieren.
Flowers hat eine Milliarde in die HRE investiert und hält knapp 24 Prozent an der konkursgefährdeten Münchener Bank. Von dem Geld ist nur noch ein Bruchteil übrig: Der Aktienkurs der Bank ist seit Anfang 2008 von 35 Euro auf unter einen Euro gefallen. Geht die HRE pleite, wird ein Dominoeffekt in der Bankenwelt befürchtet. Der Bund hat gut 100 Milliarden Euro Garantien für die HRE gegeben und strebt nun die volle Kontrolle der Bank an.
Flowers beantwortete alle Fragen "kurz und präzise" auf Englisch. So sagte er, eine Kapitalerhöhung unter seiner Beteiligung habe "gute Chancen" und käme den Steuerzahler billiger als eine Enteignung. Die Experten – Bundesbankpräsident Axel Weber, Jochen Sanio als Chef der Finanzaufsicht sowie Hannes Rehm vom Bankenrettungsfonds – forderten jedoch die Enteignung als "ultima ratio".
Die FDP kritisierte dagegen die Enteignungspläne. Geschützt werden müssten die Banken, nicht deren Eigentümer oder die Pensionsansprüche ehemaliger Vorstände, sagte der Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele unserer Zeitung. Der 2008 entlassene HRE-Chef Georg Funke etwa verklagt seinen früheren Arbeitgeber auf Gehalt und Pensionsansprüche in Millionenhöhe. Dem Finanzminister warf Thiele vor, mit dem Gesetz "die Linkspartei links überholen zu wollen". Es sei unbegreiflich, dass die Union das Spiel mitmache. Alternativen wie eine geordnete Insolvenz oder Kapitalerhöhung würden gar nicht mehr ernsthaft geprüft.
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