Luftfahrtschau in Le Bourget: Großaufträge für Airbus und Boeing
zuletzt aktualisiert: 20.06.2011 - 19:18Le Bourget (RPO). Der europäische Flugzeugbauer Airbus und sein US-Konkurrent Boeing können sich bei der weltweit größten Luftfahrtschau in Le Bourget über neue Großaufträge freuen - für den spritsparenden A 320 und mehrere Langstreckenflugzeuge.
Airbus verbuchte mehrere Großbestellungen für den A320 Neo, der ab 2015 ausgeliefert werden soll. Boeing verzeichnete mehrere Bestellungen für seine Langstreckenflugzeuge.
60 Maschinen des A320 Neo bestellte das US-Leasingunternehmen Gecas für einen Listenpreis von fast 5,5 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro). Kurz darauf folgte eine zweite Bestellung des US-Leasingunternehmens Air Lease über 50 Maschinen. Die Bestellung zeige die Attraktivität des A320 Neo für Leasing-Unternehmen, erklärte Airbus-Verkaufschef John Leahy.
Auch die skandinavische Fluglinie SAS orderte 30 Flugzeuge des Airbus-Kassenschlagers, zudem sind Gespräche mit mit AirAsia über einen Großauftrag im Gang.
Bei einem Auftrag von Qatar Airways unterlag Airbus allerdings dem US-Unternehmen Boeing. Die Fluggesellschaft aus dem Golfemirat Katar entschied sich für sieben Boeing-Langstreckenflugzeuge des Typs 777-300 ER für einen Listenpreis von 1,7 Milliarden Dollar. Insgesamt 17 weitere Bestellungen seines Großraumflugzeugs 747-8 vermeldete Boeing von zwei Kunden, die das Unternehmen nicht nannte. Der Listenpreis für den Auftrag liegt demnach bei 5,4 Milliarden Dollar.
Auch für den drittgrößten Flugzeugbauer nach Boeing und Airbus, das brasilianische Unternehmen Embraer, begann die Messe in Le Bourget erfolgversprechend. Das Unternehmen zog 39 Bestellungen für seine E-Jets an Land. Allein 20 der zweimotorigen Flugzeuge mit bis zu 120 Plätzen bestellte die indonesische Fluglinie Sriwijaya.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy verteidigte zum Auftakt der einwöchigen Messe, bei der erstmals auch das chinesische Unternehmen Comac einen Stand hat, den Einfluss des Staates in der Luftfahrtindustrie. Der Staat müsse in den strategisch wichtigen Industriezweigen wie dem Flugzeugbau eine Rolle spielen, da er jahrzehntelang hineininvestiert habe.
"Lasst uns doch unsere amerikanischen Freunde fragen, ob der amerikanische Staat sich nicht für Boeing interessiert", sagte Sarkozy in seiner Eröffnungsrede. "Ihr werdet nur ein lautes Lachen ernten".
Der Präsident bezog sich nicht ausdrücklich auf den erwarteten Großauftrag der Fluggesellschaft Air France/KLM für Langstreckenflugzeuge. Außenhandelsminister Pierre Lellouche und mehr als hundert Abgeordnete hatten die französisch-niederländische Fluglinie, an der der französische Staat mit mehr als 15 Prozent beteiligt ist, vergangene Woche aufgefordert, sich für Airbus zu entscheiden. Schließlich gehe es um französische Arbeitsplätze.
In Le Bourget sind in diesem Jahr rund 2100 Aussteller vertreten - den Veranstaltern zufolge eine Rekordbeteiligung. Ab Freitag ist die Messe für das Publikum geöffnet, das sich insbesondere für das Schweizer Solarflugzeug "Solar Impulse" interessieren dürfte.
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