Kursrutsche an der Börse: Große Verluste an der Wall Street
zuletzt aktualisiert: 22.01.2008 - 17:38New York (RPO). Nach dem Börsenchrash am Montag hat der Aktienmarkt an der Wall Street mit großen Verlusten geöffnet: Der Dow Jones fiel zu Beginn um 346 Punkte auf 11.753. Es ist der schwerste Einbruch der US-Börse seit knapp einem Jahr.
Während die Kurse an den europäischen und asiatischen Börsen am Montag in den Keller stürzten, hatte die Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen. Nun hat die US-Börse also mit großen Verlusten geöffnet: Zuletzt fiel der Index im März 2007 unter 12.000 Punkte.
Die US-Börsen schlossen sich damit dem weltweiten Abwärtstrend an den Aktienmärkten an. Daran konnte auch die überraschende Zinssenkung durch die US-Notenbank eine Stunde vor Handelsbeginn nichts ändern.
Denn unter dem Eindruck der weltweiten Börsenturbulenzen hatte die US-Zentralbank ihren Leitzins überraschend um 0,75 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gesenkt. Niedrigere Zinsen machen es billiger, Geld für Investitionen und Konsum zu leihen, und können daher die Wirtschaft ankurbeln.
Kann Bush helfen?
Analysten spekulieren, ob US-Präsident George W. Bush nun sein Hilfspaket aufstockt, mit dem er die Wirtschaft ankurbeln will. Bereits vor vier Tagen hatte Bush ein Konjunkturprogramm in Höhe von etwa 150 Milliarden Dollar (rund 100 Milliarden Euro) angekündigt. Eine Aufstockung stehe zwar nicht auf der Tagesordnung, sei aber auch nicht völlig ausgeschlossen, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Dienstag vor Journalisten.
Die Ankündigung des Programms hatte die Aktienmärkte am Freitag nicht zur Ruhe gebracht. Die Spekulation um eine Ausweitung des Konjunkturprogramms, das zahlreiche Steuererleichterungen vorsieht, kam am Dienstag nach der Ankündigung einer Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed auf. Der New Yorker Aktienmarkt war trotz der überraschenden Zinssenkung zunächst weiter gefallen.
"Solange wir nicht einige positive 'Schock-Effekte' wie etwa drastische Maßnahmen der US-Regierung bekommen, gibt es keine Hoffnung auf eine Kurserholung", hatte der leitende Analyst des Mizuhu-Forschungsinstituts in Tokio, Koji Takeuchi, vor Öffnung der Wall Street gesagt.
Schwache Börsen ziehen Ölpreis runter
Die schwachen Weltbörsen ziehen auch den Ölpreis immer weiter in die Tiefe: Am Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl in New York zeitweise nur noch 86,11 Dollar. Vor drei Wochen lag der Preis noch bei 100 Dollar. Später am Dienstag erholte sich der Ölpreis nach der Zinssenkung der US-Notenbank auf 89,15 Dollar.
Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hingegen erwartet, dass die Konsumneigung der Bundesbürger vom weltweiten Börsenbeben nicht übermäßig stark getroffen wird. GfK-Handelsexperte Wolfgang Twardana sagte den "Nürnberger Nachrichten" (Mittwochausgabe), 85 Prozent der Bundesbürger seien von dem Börsencrash nicht betroffen, da sie weder direkt noch indirekt - über Fonds - in Aktien investiert hätten.
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