Neue Allensbach-Umfrage: Große Zukunftsängste beim Thema Pflege
zuletzt aktualisiert: 15.10.2009 - 15:13Berlin (RPO). Die große Mehrheit der Deutschen befürchtet, im Pflegefall nicht ausreichend versorgt zu sein. Lediglich zehn Prozent fühlen sich einer aktuellen Umfrage zufolge finanziell abgesichert. Gleichzeitig befürchten Experten, dass die Zahl der Demenzkranken in Deutschland dramatisch zunehmen wird. Experten zufolge wird sich die Anzahl aufgrund der Überalterung der Gesellschaft bis 2050 verdoppeln.
Drei von vier Deutschen befürchten laut einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der Marseille-Kliniken, im Pflegefall nicht ausreichend versorgt zu sein. Lediglich zehn Prozent sind davon überzeugt, für den Fall der Fälle ausreichend vorgesorgt zu haben.
Die Sorge über Pflegebedürftigkeit im Alter beschäftigt bereits knapp die Hälfte der unter 30-Jährigen. Von den über 60-Jährigen befürchten 80 Prozent, zum Pflegefall zu werden. Zwei von drei dieser Altersgruppe sind besorgt, "zu einer Belastung für andere zu werden". Verbreitet ist zugleich der Wunsch, das eigenständige Leben im Pflegefall soweit wie möglich fortzusetzen.
Zwei Drittel glauben, Politik macht zu wenig
Für mehr als zwei Drittel der Befragten räumt die Politik dem Thema Pflege nicht den angemessenen Stellenwert ein. Bei der Umfrage im Auftrag der Marseille-Kliniken befragte Allensbach 1.804 Bürger.
Offizielle Statistiken gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit rund zwei Millionen bis 2050 auf vier Millionen steigen wird. Dabei tritt die Pflegebedürftigkeit derzeit im Schnitt im 85. Lebensjahr ein. Die Verweildauer liegt bei durchschnittlich lediglich 300 Tagen.
Bei der Finanzierung erwarten 78 Prozent der Befragten, dass die Einnahmen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung alleine nicht ausreichen. Rund ein Drittel sieht hier den Staat in der Pflicht, 39 Prozent setzen auf eine private Vorsorge. Obgleich drei von vier Befragten wissen, dass die Pflegeversicherung nur eine Teilkasko für den Pflegefall ist, haben bislang lediglich zwölf Prozent eine weitere private Versicherung zur Absicherung im Alter abgeschlossen.
Respektvolle Behandlung steht im Mittelpunkt
Bei den Anforderungen an Pflegeheime stehen "respektvolle Behandlung", gute ärztliche Versorgung sowie ein fachlich ausgebildetes Pflegepersonal im Vordergrund. Das Personal sollte auch genügend Zeit für Gespräche haben.
Angesichts der Personalstärke meint allerdings nur jeder fünfte, dass dies auf ein ihm bekanntes Pflegeheim zutreffe. Etwas mehr als die Hälfte geht davon aus, dass gute medizinische Versorgung gegeben ist. Die Frage der Trägerschaft - ob privat, kirchlich oder öffentlich - spielt für zwei Drittel keine Rolle.
Allensbach-Chefin Renate Köcher äußerte sich auch zur aktuellen Debatte um die Bewertung von Pflegeheimen. Sie bemängelte, dass viele Kriterien der derzeit vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen durchgeführten Heim-Prüfungen nicht den Bedürfnissen der Patienten entsprächen.
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