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Auto-Experte Dudenhöffer: "Guttenberg hat die Sache verbockt"

VON MANFRED KÜHNAPPEL - zuletzt aktualisiert: 26.08.2009 - 15:50

Düsseldorf (RPO). In Sachen Opel sind Deutschland und die USA in einer Sackgasse gelandet. Die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und GM sind festgefahren. Nach Ansicht des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer gibt es nur einen Ausweg: "Wirtschaftsminister zu Guttenberg hat die Sache verbockt. Die Kanzlerin muss Opel zur Chefsache erklären", sagt der Professor der Uni Duisburg-Essen unserer Redaktion.

Zweifelt am Investitionsprogramm für Bochum: Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer. Foto: Dudenhöffer

Am besten noch vor der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt (ab dem 17. September), jedenfalls vor der Bundestagswahl am 27. September solle Kanzlerin Angela Merkel das Gespräch mit Barack Obama suchen. Der US-Präsident hat bislang zwar erklärt, er wolle sich in die Verhandlungen nicht einmischen.

"Bestimmte Dinge kann man immer besprechen, selbst wenn die Personen nach außen sagen, sie wollen nicht drüber reden", ist Dudenhöffer sicher, dass die Kanzlerin bei Obama nicht auf taube Ohren stößt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er der Kanzlerin einen Korb gibt", zeigt sich der Professor der Uni Duisburg-Essen felsenfest davon überzeugt, dass der US-Präsident um des guten Verhältnisses zu Deutschland willen nicht anders handeln kann: "Es ist schon zu viel Porzellan zerschlagen worden."

Obwohl inzwischen Obamas Leute in der GM-Führung säßen, hätten sich die bisherigen Verhandlungspartner ineinander verbissen. Wirtschaftsminister zu Guttenberg habe beim Ringen mit GM bei der Einigung mit dem österreichisch-russischen Investor Magna zu hoch gepokert und sich verzockt.

Als GM schwach war, habe sich der Wirtschaftsminister an Nebensächlichkeiten aufgehalten. Nun hat zu Guttenberg es mit einem wieder erstarkten US-Konzern zu tun, der entweder auf den belgischen Finanzinvestor RHJ International (RHJI) setzt oder sich in Wahrheit womöglich gar nicht mehr von Opel trennen will.

GM müsse klar gemacht werden, dass deutsche Standorte, Arbeitsplätze und 1,5 Milliarden Euro deutscher Steuergelder nicht einfach den Bach runtergehen könnten, so Dudenhöffer. Das könne nun nur noch auf Chefebene ablaufen. Selbst wenn Obama blockiere, habe Merkel nichts zu verlieren. In Deutschland würden ihr persönliche Bemühungen in Sachen Opel hoch angerechnet.

Als Königsweg kann sich Dudenhöffer vorstellen, dass General Motors bei allen zukünftigen Erträgen aus der Partnerschaft Opel/Magna zu 35 Prozent beteiligt wird.

Ein Spitzentreffen zwischen Regierungsvertretern und dem Opel-Mutterkonzern General Motors war am Dienstag ohne Durchbruch abgebrochen worden. Laut zu Guttenberg ist GM weiter an einer "Investorenlösung" interessiert. Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass General Motors einen Verkauf des deutschen Autobauers momentan überdenkt.

Quelle: asl

 
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