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Baugewerbe legt kräftig zu: Handwerk stoppt Umsatz-Rückgang

zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 10:12

Berlin (RPO). Das deutsche Handwerk hat im Frühjahr erstmals seit Langem wieder seinen Umsatz gesteigert, hinkt dem Aufschwung aber noch hinterher. Die Betriebe erlösten dank Rückenwind aus der Industrie und Konjunkturpaketen zwischen April und Juni ein Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Im Frühjahr verbuchte das Handwerk das erste Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seit dem Sommerquartal 2008.  Foto: ddp, ddp
Im Frühjahr verbuchte das Handwerk das erste Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seit dem Sommerquartal 2008. Foto: ddp, ddp

Dies sei das erste Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seit dem Sommerquartal 2008. Noch zum Jahresauftakt hatten die Unternehmen ein Minus von knapp sieben Prozent eingefahren und dabei etwa am Bau unter dem harten Winter gelitten. Im Frühjahr holten diese Firmen nun Produktionsausfälle auf und erzielten mit die größten Umsatzsteigerungen im Handwerk.

Das Ausbaugewerbe legte um knapp elf Prozent zu, das Bauhauptgewerbe um fast vier Prozent. Beide Sparten profitierten dabei von Konjunkturpaketen und Förderprogrammen, wie die Statistiker betonten.

Metallbauern und Feinmechanikern kam der Aufschwung beim Wachstumsmotor Industrie zugute; diese Gewerke setzen 5,5 Prozent mehr um. Das Gesundheitsgewerbe setzte seine positive Entwicklung fort und machte ein Plus von zwei Prozent. Das größte Umsatzminus von 10,5 Prozent verbuchten die Kfz-Betriebe. Grund hierfür ist das Auslaufen der Abwrackprämie für Altautos, die noch vor Jahresfrist zu deutlichen Umsatzzuwächsen geführt hatte.

Die gesamte deutsche Wirtschaftleistung hatte im zweiten Jahresviertel um 2,2 Prozent zum Vorquartal zugelegt und damit so stark wie seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr. Binnen Jahresfrist hatte die Konjunktur sogar um 4,1 Prozent zugelegt. Vor allem die exportorientierte Industrie spürte die Erholung und machte Umsatzsteigerungen im Vorjahresvergleich von 20 Prozent und mehr.

Das Handwerk erwartet für das Gesamtjahr 2010 nach früheren Angaben des Branchenverbandes ZDH ein Umsatzminus von rund einem Prozent, aber keinen weiteren Jobabbau. Im Rezessionsjahr 2009 hatte der stark binnenwirtschaftlich orientierte Wirtschaftszweig 4,9 Prozent weniger eingenommen und 57.000 Arbeitsplätze gestrichen.

Die Zahl der Beschäftigten im sogenannten zulassungspflichtigen Handwerk - wo Meisterpflicht besteht - lag Ende Juni 2010 rund 0,6 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr. Konkrete Zahlen nannten die Statistiker nicht.

Quelle: RTR/das

 
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