Insolvente Warenhauskette: Highstreet will Karstadt-Immobilien verkaufen
zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 - 14:48Berlin (RPO). Die Vermieter der gerade aus der Insolvenz geretteten Warenhauskette Karstadt wollen sich vermutlich in den nächsten zwei Jahren wieder von den Häusern trennen. "Highstreet plant den Verkauf aller Karstadt-Immobilien", sagte der CDU-Politiker Thomas Heilmann in einem Interview. Er vermittelte im Auftrag der Bundesregierung zwischen den verschiedenen Verhandlungsparteien bei Karstadt.
Heilmann sagte weiter, das größte Problem in den Verhandlungen sei zuletzt die Regelung gewesen, wann und wie die Verkaufserlöse unter den Highstreet-Gläubigern verteilt werden - nicht die Höhe der Mieten, die Karstadt künftig zahlen muss. Schon 2007 beim Verkauf der Immobilien durch die Karstadt-Mutter Arcandor an Highstreet sei es so angelegt gewesen, dass die Häuser wieder veräußert werden und Highstreet über die Mieteinnahmen einen Gewinn erziele, sagte Heimann. Zu der Zeit leitete Thomas Middelhoff den Arcandor-Konzern.
"Unter Middelhoff wurde damals genau geregelt, welcher Partner wie viel des späteren Verkaufspreises bekommt. Das musste jetzt alles neu justiert werden", erläuterte Heilmann. Wann verkauft werde, könnten die Eigner nach Marktlage entscheiden. "Vermutlich nicht in den nächsten zwei Jahren", fügte Heilmann im Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" hinzu.
Staat spart Geld
Durch die Rettung der Warenhauskette Karstadt spart der Staat laut Heilmann viel Geld. "Das Gemeinwesen ist verschont worden, rund eine Milliarde Euro an Lasten allein bei der Agentur für Arbeit zu übernehmen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung. Heilmann betonte die wichtige Rolle der Politik im Karstadt-Poker.
Die Bundesregierung habe "alle Beteiligten so an ihre Verantwortung erinnert, dass sie zu einer Lösung kamen". Geld sei jedoch nicht geflossen. "Wenn in Notfällen durch Vermittlung etwas zu erreichen ist, ist die Politik gerufen", sagte Heilmann. "Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung."
Am vergangenen Freitag war das lange Ringen um den insolventen Warenhauskonzern Karstadt offiziell zu Ende gegangen. In vielen Filialen knallten die Sektkorken. Das Amtsgericht Essen hatte den Insolvenzplan für das Unternehmen bestätigt, nachdem zuvor die Gläubiger des Vermieter-Konsortiums Highstreet den Forderungen des Investors Nicolas Berggruen nach reduzierten Mieten zugestimmt hatten.
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