Insolvenzverwalter: Hoffnung für Woolworth
zuletzt aktualisiert: 15.04.2009 - 14:25Frankfurt/Main (RPO). Die Mitarbeiter der angeschlagenen Billigkaufhauskette Woolworth können auf eine Fortführung der Geschäfte hoffen, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Ottmar Hermann. "Die Chancen sind da, dass es weitergeht", sagte Hermann am Mittwoch in Frankfurt am Main. Noch verfüge das Unternehmen über finanzielle Mittel um weiterzumachen.
"Ich glaube, dass es eine positive Prognose für die Zukunft gibt", machte Hermann den Beschäftigten Mut. Die Kaufhauskette mit rund 11.000 Mitarbeitern hatte am gestrigen Dienstag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Laut Hermann sind 9700 Beschäftigte davon betroffen. Das Geschäft in Österreich sowie das Logistikgeschäft DWLogistics sind nicht im Insolvenzverfahren.
Ziel sei es, eine Lösung für alle Beteiligten zu finden und das endgültige Aus des Traditionsunternehmen zu vermeiden, sagte der Insolvenzverwalter. "Wir hoffen, dass wir eine neue Woolworth uneingeschränkt auf dem Markt haben werden." Laut Hermann gibt es "schon Leute, die Interesse an Woolworth bekundet haben." Für Verhandlungen mit potenziellen Investoren sei es aber noch zu früh, zunächst müsse ein Restrukturierungskonzept erstellt werden.
Umsatzrückgänge nach dem Weihnachtsgeschäft
Als Gründe die drohenden Zahlungsunfähigkeit nannte Hermann, der auch Insolvenzverwalter bei dem Automobilunternehmen Karmann ist, Umsatzrückgänge nach dem Weihnachtsgeschäft. Man müsse aber auch die Kostenseite sehen. Ob wie im Fall Hertie auch zu hohe Mieten für die Kaufhäuser ein Grund für die Probleme seien, müsse noch analysiert werden.
Der britische Eigentümer Argyll Partners, der 2007 das operative Geschäft von Woolworth übernommen hatte, hatte den Großteil der Immobilien in attraktiven Stadtlagen an den US-Finanzinvestor Cerberus verkauft und dann zurückgemietet. Neben Cerberus gibt es laut Hermann noch weitere Vermieter. Zu Gerüchten, Woolworth Deutschland schreibe mit 30 Millionen Euro rote Zahlen, wollte sich Hermann nicht äußern. Nach seinen Angaben reichen die finanziellen Mittel bei dem 1926 gegründeten Unternehmen noch eine Weile. Eine Unterdeckung sei in den nächsten zwei Monaten zu erwarten.
Verhandlungen mit Lieferanten
Neben den Gesprächen mit den Vermietern und dem britischen Eigentümer verhandelt Hermann auch mit Lieferanten, um die Belieferung von Woolworth sicherzustellen. Die Kaufhauskette betreibt in Deutschland rund 300 und in Österreich 20 Filialen. Zum Sortiment gehören etwa 50.000 Artikel aus den Bereichen Bekleidung, Wäsche, Schreib-, Spiel- und Haushaltswaren, Heimtextilien und Drogerieartikel. Erst Anfang März hatte Woolworth Deutschland mit dem 39-jährigen früheren Lidl-Manager Stefan Rohrer einen neuen Geschäftsführer präsentiert.
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