Bespitzelungsaffäre: HSH-Chef Nonnenmacher muss offenbar gehen
zuletzt aktualisiert: 08.11.2010 - 12:46Kiel (RPO). Der umstrittene HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher steht offenbar vor der Abberufung. Die Hauptanteilseigner der Bank, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, hätten sich auf Nonnenmachers Abberufung geeinigt. Allerdings fehle noch eine Zustimmung des Aufsichtsrats der Bank.
Das berichtet "Spiegel Online" ohne Angabe von Quellen. Nach Informationen des Magazins haben sich die Landesregierungen in Hamburg und Schleswig-Holstein auf seine Abberufung geeinigt. Jetzt fehle nur noch die Zustimmung des Aufsichtsrats. Ein Sprecher der Landesregierung von Schleswig-Holstein sagte in Kiel auf dapd-Anfrage, dass kein Beschluss dazu vorliege. Am Dienstag treffen sich in Hamburg der Senat und in Kiel die Landesregierung.
Dann wollen die beiden Regierungen dem Magazin zufolge Aufsichtsratschef Hilmar Kopper offiziell auffordern, einen Nachfolger für Nonnenmacher zu suchen. Sollte sich Kopper, der den HSH-Chef bisher gestützt hat, diesem Schritt verweigern, wollten beide Länder den Rauswurf in einer außerordentlichen Hauptversammlung durchsetzen
Nonnemacher stellt sich Untersuchungsausschuss
Nonnenmacher stellte sich am Montag erneut den Fragen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Kieler Landtags. Die in der Kritik stehende Teilnahme der Sicherheitsfirma Prevent an einer Veranstaltung unter anderen mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) sei nicht geboten gewesen, räumte Nonnenmacher ein.
Die Veranstaltung im Juli 2009 sei im Internet als Video abrufbar, sagte Nonnenmacher. Es habe sich dabei um keine Parteiveranstaltung gehandelt. "Der Vorwurf der Bespitzelung von Politikern aufgrund der Teilnahme von Prevent ist blanker Unsinn", sagte Nonnenmacher. Der HSH-Chef wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe Politiker bespitzeln lassen.
Nonnenmacher hatte bereits in der vergangenen Woche vor dem Ausschuss ausgesagt und die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Hamburger Grünen sowie Schleswig-Holsteins FDP wollen den Manager absetzen lassen. Hamburgs Grünen-Fraktionschef Jens Kerstan kündigte im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" an, bei der Senatssitzung am Dienstag alles andere als eine Entlassung Nonnenmachers nicht akzeptieren zu wollen. Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki hatte am Wochenende gesagt, den Rauswurf des HSH-Chefs in dieser Woche in Angriff nehmen zu wollen. Eine Entlassung Nonnenmachers kann nur der HSH-Aufsichtsrat vornehmen.
Neben den Bespitzelungsvorwürfen berichten Medien zudem seit Wochen, dass aus der Bank heraus HSH-Topmanager mit schmutzigen Tricks aus dem Job gedrängt worden seien, darunter der New Yorker Statthalter. Die Staatsanwaltschaften Hamburg und Kiel ermitteln; am vergangenen Mittwoch waren Geschäftsräume der Sicherheitsfirma Prevent durchsucht worden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
