Trotz Milliardenhilfen vom Staat: HSH Nordbank zahlt Bonus an Vorstandschef
zuletzt aktualisiert: 10.07.2009 - 19:17Hamburg (RPO). Die angeschlagene staatliche HSH Nordbank zahlt trotz Milliardenhilfen des Staates einen Bonus an ihren neuen Vorstandschef Jens Nonnenmacher. Aufsichtsratschef Hilmar Kopper betonte am Freitag, dass man sich künftig an die mit der Staatshilfe verbundenen Grenzen für die Managerbezüge halten werde.
Im Falle Nonnenmachers habe sich der bisherige Präsidialausschuss des Aufsichtsrates aber entschlossen, eine bereits im Vorjahr vereinbarte Ausgleichszahlung zu leisten.
Aus Bankenkreisen hieß es, Nonnenmacher habe eine Ausstiegsklausel zum 31. Juli im Vertrag gehabt, die ihm eine Abfindung von 2,9 Millionen Euro gebracht hätte. Er habe darauf jedoch verzichtet und bleibe bei der Bank. Deshalb habe sich der Aufsichtsrat entschlossen, die Mehrfachbelastung des ursprünglich nur als Finanzvorstand geholten Managers zusätzlich zu honorieren. Die Bank zahle einmalig 1,4 Millionen Euro und eine Leistung zur Altersversorgung in nicht genannter Höhe, hieß es in den Kreisen.
NDR Info berichtete unter Berufung auf eine ihr vorliegende Erklärung von Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust an die Bürgerschaft, die Leistung zur Altersversorgung betrage 1,5 Millionen Euro. Damit beliefen sich die Zahlungen an Nonnenmacher auf insgesamt 2,9 Millionen Euro - soviel wie die Abfindung.
Festgehälter auf 500.000 Euro begrenzt
Die Festgehälter der Vorstände bei der HSH Nordbank sind als eine Bedingung für die Staatshilfen auf 500.000 Euro im Jahr begrenzt, solange die Bank keine Dividende zahlen kann. Darüber hinaus würden sich "natürlich auch variable oder weitere Gehaltsbestandteile von Vorständen oder Leitenden Angestellten fortan im Rahmen der Garantieerklärung der Länder bewegen", betonte Kopper.
Die Ausnahme für Nonnenmacher begründete er mit der von diesem in den vergangenen Monaten ausgeübten Mehrfachfunktion. Neben seiner Aufgabe als Vorstandsvorsitzender hatte der HSH-Nordbank-Chef das Risikomanagement der Bank, den Bereich Finanzen und die Verantwortung für das Tagesgeschäft übernommen.
Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hamburger Rathaus, Peter Tschentscher, kritisierte in NDU Info die Zahlungen an Nonnenmacher vehement. Die Begrenzung auf "500.000 Euro waren für uns die Bedingung für die Zustimmung zur Milliardenspritze für die Bank", sagte Tschentscher demnach.
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