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  Foto: AP, AP
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Drei Euro pro Aktie: Hypo-Aktionär pokert mit dem Staat

zuletzt aktualisiert: 19.02.2009 - 18:43

Frankfurt/Main (RPO). In der Rettungsaktion um den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) muss der Staat jetzt mit dem amerikanischen Großinvestor um einen Übernahmepreis feilschen. Der amerikanische Finanzinvestor Christopher Flowers würde seine Aktien etwa zum doppelten Börsenpreis verkaufen.

Die Entschädigung solle sich an dem Aktienkurs orientieren, der in den zwei Wochen vor dem Aufkommen der Verstaatlichungsgerüchte am 8. Januar gegolten habe, sagte Flowers der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut Vorabmeldung. "Hier sprechen wir über knapp 3 Euro pro Aktie", wurde der Investor zitiert.

HRE notiert aktuell mit 1,60 Euro

Am Donnerstagabend notierten Papiere des Immobilienfinanzierers bei gut 1,60 Euro. Flowers zahlte bei seinem Einstieg 22,50 Euro für die HRE-Aktien und hält heute 24 Prozent der Anteile. Weil der Bund immer neue Milliardengarantien für die Bank geben muss, will der Bund auch die volle Kontrolle. Ohne die Hilfen wäre die Hypo Real Estate längst zusammengebrochen.

Nach eigener Darstellung will Flowers aber nicht um jeden Preis seine Beteiligung verkaufen. "Unsere Präferenz ist, unser Engagement bei der Hypo Real Estate weiterzuführen", sagte er dem Blatt.

Brief an Bundesregierung

Laut Bericht bot Flowers der Bundesregierung Gespräche über die Zukunft der überschuldeten Bank an. In einem Schreiben an die Staatssekretäre der beteiligten Ministerien in Berlin und an den Chef des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung zeigte er sich demnach verwundert darüber, dass die Bundesregierung keine weiteren Gesprächstermine mehr angeboten habe. "Enttäuscht sind wir aber vor allem über den Umstand, dass keine alternativen Szenarien zur Diskussion gestellt und auch keine Termine für weitere Gespräche angeboten wurden", wurde aus dem Schreiben zitiert.

Linke: Ungereimtheiten beim Krisenmanagement

Die Linke prangerte Ungereimtheiten beim Krisenmanagement der Regierung im Fall Hypo Real Estate an und forderte einen Untersuchungsausschuss des Bundestags. Fraktionschef Oskar Lafontaine erklärte, es müsse geklärt werden, ob sich Finanzminister Peer Steinbrück wie schon im Fall der IKB-Bank über den Tisch hat ziehen lassen. "Nur ein Untersuchungsausschuss kann hier Klarheit schaffen", sagte er.

HRE braucht weitere Geldspritze

Die HRE braucht möglicherweise noch mehr staatliche Hilfen, berichtet die "FAZ". In den kommenden Wochen sollen demnach weitere Garantien von bis zu 20 Milliarden Euro nötig sein. Ein Sprecher der Hypo Real Estate sagte dazu lediglich, man wolle Marktspekulationen nicht kommentieren. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums erklärte auf Anfrage: "Es ist nicht an uns, so etwas zu beziffern."

Bisher musste die Hypo Real Estate mit staatlichen Garantien und Kapitalhilfen von 102 Milliarden Euro am Leben erhalten werden, 87 Milliarden Euro davon sind staatliche Garantien. Weil die Bank spätestens am 31. März ihren Jahresabschluss vorlegen müsse, werde in der Branche spekuliert, dass die HRE dann die Mindestquoten für das Eigenkapital aus eigener Kraft nicht mehr erfüllen könne und weitere 10 Milliarden Euro erforderlich seien, schrieb die Zeitung.

"Zum Nachteil der Steuerzahler die Haftungsfrist versäumt"

Lafontaine erklärte, nach dem Umwandlungsgesetz hätte die heute zum italienischen UniCredit-Konzern gehörende HypoVereinsbank bis zum 28. September 2008 für die Schulden der HRE haften müssen. Einen Tag nach Ablauf dieser Frist habe der Bundesfinanzminister die erste Bürgschaft für die HRE abgezeichnet.

Lafontaine erklärte: "Der Verdacht, dass hier zum Nachteil der Steuerzahler die Haftungsfrist versäumt und die private HypoVereinsbank geschont wurde, ist nicht ausgeräumt." Eine entsprechende Anfrage des FDP-Abgeordneten Volker Wissing habe das Finanzministerium unzureichend und ausweichend beantwortet.

Quelle: AP

 
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