Angeschlagener Immobilienfinanzierer: Hypo Real Estate erhält weitere zehn Milliarden
zuletzt aktualisiert: 11.02.2009 - 14:10München (RPO). Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin hat erneut die Garantien für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) aufgestockt. Die HRE erhalte weitere zehn Milliarden Euro, teilte das Unternehmen mit. Die staatliche Hilfe steigt damit auf die Summe von 102 Milliarden Euro.
Die HRE konnte ihre Pleite bisher nur dadurch abwenden, dass der Staat und andere Banken Hilfen und Bürgschaften zur Verfügung gestellt haben. Wegen der dramatischen Lage der Bank wird seit Wochen über einen Einstieg des Staates verhandelt. HRE- Vorstandschef Axel Wieandt hatte selbst betont, es seien Eigenkapital-Hilfen nötig, um die Fortführung der Bank zu ermöglichen.
Amerikanischer Investor verhindert Einstieg des Staates
"Die Gespräche der Hypo Real Estate Group mit dem SoFFin über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Kapitalunterstützung sind noch nicht abgeschlossen", teilte die Bank mit. Ein deutscher Sprecher des HRE-Großaktionärs J.C. Flowers bestätigte einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach es voraussichtlich am Donnerstag Gespräche mit dem SoFFin über die HRE geben solle.
Der amerikanische Finanzinvestor Flowers hält rund 25 Prozent der Anteile an der Bank, was den Einstieg des Staates behindert. Laut "FTD" haben Finanzpolitiker der Union Bedenken gegen eine Enteignung des Finanzinvestors und fordern stattdessen eine Einigung.
Nur Staatsbürgschaften halten Geschäft am Leben
Die HRE hatte in den ersten neun Monaten 2008 mehr als drei Milliarden Euro abschreiben müssen. Das Hauptproblem der HRE ist mangelnde Liquidität. Ihr droht die Pleite, weil ihre Tochter, die Pfandbriefbank Depfa, langfristige Kredite kurzfristig refinanziert hatte und dieses riskante Modell mit der Finanzmarktkrise und dem Austrocknen der Kapitalmärkte zusammengebrochen ist. Nur mit Staatsbürgschaften kommt sie noch an Geld für ihr Geschäft. Wegen der hohen Verluste braucht sie jetzt dringend frisches Eigenkapital zum Überleben.
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