Angeschlagene Pfandbriefbank: Hypo Real Estate macht 382 Millionen Euro Verlust
zuletzt aktualisiert: 05.05.2009 - 08:25München (RPO). Die vor der Verstaatlichung stehende Hypo Real Estate hat im ersten Quartal 382 Millionen Euro Verlust gemacht. Das ist nicht ganz so viel wie von Branchenexperten erwartet worden war.
Wie die angeschlagene Pfandbriefbank am Dienstag mitteilte, sank die Kernkapitalquote auf nur noch 3,4 Prozent. Vorstandschef Axel Wieandt sagte: "Allerdings machen wir gute Fortschritte bei der Neuausrichtung des Konzerns."
Das Übernahmeangebot des Bundes an alle Aktionäre der Bank ist am Montag um Mitternacht abgelaufen. Das Ergebnis will der Bankenrettungsfonds SoFFin jedoch erst am Donnerstag vormittag bekanntgeben, wie eine Sprecherin sagte.
Bislang wurden dem Bankenrettungsfonds 7,55 Prozent verkauft, mit den bisher schon gehaltenen 8,65 Prozent steigt der Bundesanteil damit auf 16,2 Prozent. Der Bund braucht auf der Hauptversammlung eine einfache Mehrheit, um per Kapitalerhöhung 90 Prozent zu übernehmen.
Der US-Investor J.C. Flowers hatte bereits angekündigt, sein Aktienpaket nicht zu verkaufen und gegen eine Enteignung durch den Bund zu klagen.
Wie es mit der Bank weitergeht, entscheidet sich jetzt auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 2. Juni. Der Bund, der die HRE bislang mit Bürgschaften über 100 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt, will mit einer Kapitalerhöhung mindestens 90 Prozent der Aktien übernehmen und der Bank eine dringend notwendige Kapitalspritze von bis zu 5,6 Milliarden Euro geben. Anschließend sollen alle verbliebenen Aktionäre ausgeschlossen werden.
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