Vorerst keine Besserung zu erwarten: Hypo Real Estate macht erneut Milliardenverlust
zuletzt aktualisiert: 11.11.2009 - 13:00München (RPO). Bei der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) ist in den ersten neun Monaten des Jahres erneut ein Milliardenverlust angefallen. Von Januar bis September machte die angeschlagene Bank ein Minus in Höhe von 1,71 Milliarden Euro.
Das teilte die HRE am Mittwoch in München mit. Vor allem wegen Wertberichtigungen auf Immobilienkredite summierten sich die Verluste allein im dritten Quartal auf 574 Millionen Euro.
Seit Oktober ist die Bank voll in Staatsbesitz und hatte erst kürzlich eine weitere Finanzspritze in Höhe von drei Milliarden Euro vom bundeseigenen Rettungsfonds SoFFin bekommen. Vorstandschef Axel Wieandt machte wenig Hoffnung auf schnelle Besserung. "Wir sind bei weitem nicht am Ziel", sagte er. "Das Marktumfeld bleibt schwierig."
Die Neuausrichtung des Immobilienfinanzierers sei aber auf einem guten Weg. "Das Ergebnis der ersten neun Monate des Jahres ist nicht zufriedenstellend, aber es ist den schwierigen Marktbedingungen und der besonderen Situation des Konzerns geschuldet", erklärte Wieandt.
In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte die Bank einen Verlust von 2,89 Milliarden Euro angehäuft. Damals hatten neben faulen Krediten vor allem Abschreibungen bei der irischen Tochter Depfa die Bilanz der HRE belastet. Im laufenden Jahr drückten Wertberichtigungen auf Immobilienkredite und Kosten für die staatlichen Stützungsmaßnahmen das Ergebnis der Bank ins Minus, erklärte die HRE.
Sorge vor Kreditausfällen in Milliardenhöhe
So musste das Institut die Kreditrisikovorsorge allein im dritten Quartal auf 810 Millionen Euro aufstocken. Zwischen Januar und September musste die HRE mit 1,9 Milliarden Euro für den Ausfall von Krediten vorsorgen. Ursache sei der Abschwung auf den Immobilienmärkten, erklärte die Bank. So stünden immer mehr Gebäude leer und würden dadurch an Wert verlieren. Besonders kritisch sei die Lage in den USA, Südeuropa, Großbritannien und teilweise auch in Deutschland.
Eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen hat die HRE frühestens für 2012 in Aussicht gestellt. Die EU verlangt, dass der Immobilien- und Staatsfinanzierer im Rahmen der Sanierung zusammengeschrumpft wird. So meldete die HRE, dass ihre Bilanzsumme um 11 Prozent auf 373,8 Milliarden Euro gesunken sei. Mit einer Kernkapitalquote von 6,1 Prozent erfüllt die HRE wieder die gesetzlichen Mindestvorgaben. Die Quote werde sich aber zum Jahresende wegen eines erwarteten Verlusts wieder verschlechtern, hieß es.
Wieandt hat bereits angekündigt, dass die Bank weiteren Kapitalbedarf in Höhe von mehreren Milliarden Euro hat. Die HRE wird seit einem Jahr mit staatlichen Finanzhilfen von mehr als 100 Milliarden Euro über Wasser gehalten. Der Bund hatte die Bank gerettet, weil Experten im Fall ihres Zusammenbruchs einen Domino-Effekt in der Finanzwelt befürchteten.
Am 5. Oktober hatte die Hauptversammlung der HRE die komplette Übernahme der Pfandbriefbank durch den SoFFin beschlossen. Der Rettungsfonds hat angekündigt, die HRE zügig zu sanieren.
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