Fass ohne Boden: Hypo Real Estate macht immer noch Verluste
zuletzt aktualisiert: 03.05.2009 - 19:34München (RPO). Die Misere der Hypo Real Estate (HRE) findet offenbar kein Ende. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Instituten wird der angeschlagene Immobilienfinanzierer einem Medienbericht zufolge auch für das erste Quartal 2009 rote Zahlen vorlegen. Rettung tut not. Am Montag läuft die Übernahmefrist der Bundesregierung ab.
Nach Informationen des "Handelsblatts" hat die Bank erneut hohe Verluste eingefahren. Der Quartalsverlust beläuft sich demnach laut Branchenschätzung auf etwa 500 Millionen Euro.
Ein HRE-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf den kommenden Dienstag, wenn das Unternehmen seine Quartalszahlen vorlegen will. Vorstandschef Axel Wieandt hatte bereits angekündigt, dass der Konzern wohl in diesem und im nächsten Jahr noch rote Zahlen schreiben werde.
Durch die Verluste im ersten Quartal sei die Bank nun weiter geschwächt, schreibt das "Handelsblatt". Unter Berücksichtigung des Verlusts 2008 sei die Kernkapitalquote bereits unter die regulatorische Mindestgrenze von vier Prozent gefallen. Nur wegen der bevorstehenden Rettung durch den Bund werde die Bank nicht geschlossen.
Frist für Übernahmeangebot des Bundes läuft Montag ab
Am Montag läuft um Mitternacht die Annahmefrist für das Übernahmeangebot des Bundes ab. Vor allem angesichts der Auseinandersetzung mit dem Großaktionär J.C. Flowers wäre es für den Bund hilfreich, wenn er auf der Hauptversammlung am 2. Juni die Mehrheit der Anteile kontrolliere. Ob dies aber gelingt, wurde laut dem Blatt in Branchenkreisen noch angezweifelt.
Entscheidend sei nun, wie sich die anderen Aktionäre neben Flowers verhielten. Das Bild bei der HRE werde neben den Gruppe um den US-Investor von sogenannten aktivistischen Fonds geprägt. Viele Hedge-Fonds hielten kleine Aktienpakete von zwei bis fünf Prozent. "Sie sind bereit, bis zu letzten Minute zu pokern", zitiert die Zeitung einen Insider.
Das Übernahme-Angebot der Bundesregierung für die angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) läuft am Montag (24.00 Uhr) aus. Der Bund wird mit der Offerte sein Ziel einer HRE-Verstaatlichung aller Voraussicht nach nicht erreichen. Der HRE-Großaktionär J. Christopher Flowers will seine Aktien behalten und droht mit dem Rechtsweg. Bei einem Scheitern der Offerte will die Bundesregierung die Bank im Juni bei einer Hauptversammlung mit Staatsgeld fluten und die bisherigen Aktionäre hinausdrängen. Als letztes Mittel behält sich die Bundesregierung eine Zwangs-Enteignung vor.
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