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Arcandor Chef Eick Panorama ddp 2009
  Foto: ddp, ddp
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Eick verteidigt Millionen-Abfindung: "Ich komme aus einfachen Verhältnissen"

zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 - 11:32

Berlin (RPO). Beim kurz vor der Insolvenz stehenden Handelskonzern Arcandor ist heftiger Streit um die Millionenabfindung für den scheidenden Vorstandschef Karl-Gerhard Eick entbrannt. Während der Betriebsrat die geplante Zahlung in Höhe von 15 Millionen Euro verurteilt, verteidigt sich der Manager im Interview mit einer Sonntagszeitung.

"Ich komme aus einfachen Verhältnissen und weiß, dass 15 Millionen Euro sehr viel Geld ist - auch für mich", sagte Eick der "Bild am Sonntag". "Eine Diskussion darüber wird es geben, und ich kann und will sie auch nicht verhindern", fügte er hinzu.

"Ich habe meine Bezüge immer sehr transparent offengelegt und gesagt, dass ich lieber hart und mit Herzblut arbeiten und nicht vorzeitig aufhören möchte", sagte Eick. Der Manager hatte Arcandor vor der Pleite nur ein halbes Jahr geleitet.

Über den genauen Zeitpunkt seines Arbeitsendes bei Arcandor erklärte Eick: "Wenn am Dienstag der Insolvenzverwalter vom Gericht bestellt wird, werde ich ihn fragen, ob er mich noch braucht." Um seinen Schreibtisch zu räumen, brauche er "zehn Minuten". Eick sagte, er trage keine Verantwortung für die Insolvenz.

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Die Arcandor-Pleite

Gut fünf Jahre nach der Abwendung einer Pleite wird wohl am 1. September das Insolvenzverfahren über den Touristik- und Handelskonzern Arcandor eröffnet.

"Das weise ich mit allem Respekt zurück. Ich war keine sechs Monate operativ tätig und in so einer kurzen Zeit kann man keinen Konzern in eine lebensbedrohliche Schieflage bringen", sagte der Ex-Telekom-Vorstand, der Arcandor nicht gerettet hat. "Viele der Ursachen liegen in der Vergangenheit."

Arcandor-Konzernbetriebsrat Hellmut Patzelt kritisierte die Millionenabfindung scharf. "Ich habe dafür kein Verständnis und kann den Frust vieler Angestellter darüber verstehen", sagte Patzelt der "Bild am Sonntag". "Die Kollegen haben harte finanzielle Einschnitte hinter und vielleicht noch vor sich. Wir befürchten im Kaufhausbereich Lohnkürzungen bis zu 12 Prozent, die tun jeder Verkäuferin weh."

Kritik kam auch vom Betriebsrat der Arcandor-Tochter Quelle. "Für uns ist nur schwer verständlich, dass Herr Eick eine so hohe Summe bekommt. Schließlich ist er als Manager gescheitert", sagte der Quelle-Betriebsratsvorsitzende Ernst Sindel. "Er wollte und sollte Karstadt/Quelle retten. Für das Scheitern sollte man grundsätzlich nicht belohnt werden."

Wie der "Spiegel" indes weiter berichtet, hält Eick Karstadt auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens für sanierungsfähig. "Man kann Karstadt rentabel betreiben, davon bin ich zutiefst überzeugt", zitiert ihn das Nachrichtenmagazin. Der 55-jährige Eick wird voraussichtlich ebenso wie vier seiner Vorstandskollegen mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens sein Amt niederlegen.

Eick bedauerte, dass er sein Versprechen der Arcandor-Rettung als Gesamtkonzern nicht habe einlösen können: "Uns fehlten auf die nächsten fünf Jahre gesehen rund 100 Millionen Euro von den Eigentümern, um den Konzern auf gesunde Beine zu stellen." Dazu seien die Großaktionäre - die Familie Schickedanz und das Bankhaus Sal. Oppenheim - aber nicht bereit oder nicht in der Lage gewesen.

Quelle: AFP/csi

 
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