Weniger Neuanschaffungen für 2010: Ifo rechnet mit Einbruch bei Firmeninvestitionen
zuletzt aktualisiert: 19.10.2009 - 13:12München (RPO). Bereits in diesem Jahr hat die Industrie viel weniger in neue Ausrüstung investiert als im Vorjahr. Doch im kommenden Jahr wird es schlechter: Unternehmen werden laut einer ifo-Analyse Anfang 2010 bei Neuanschaffungen kräftig auf die Kostenbremse drücken.
Für 2009 drohe bei den Ausgaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge ein Minus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erklärte das Münchner ifo-Institut am Montag. Auch in den ersten drei Quartalen 2010 sei noch mit einem Rückgang von 8 bis 9 Prozent zu rechnen.
"Die Investitionskrise ist auch im kommenden Jahr längst nicht ausgestanden, die Aussichten sind ausgesprochen düster", erklärten die Wirtschaftsforscher die Ergebnisse des Investitionsindikators, den das ifo-Institut gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) ermittelt.
Insgesamt seien die Kapazitäten in der Industrie sehr schlecht ausgelastet, hieß es. Im Juli habe der Auslastungsgrad mit 71,8 Prozent weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 83,6 Prozent gelegen.
54 Prozent der Industrieunternehmen bewerten demnach ihre Produktionskapazitäten in Hinblick auf die zu erwartende Nachfrage in den kommenden zwölf Monaten als zu groß. "Investitionen zur Erweiterung der Kapazitäten werden auf absehbare Zeit kaum eine Rolle spielen", sagte ifo-Experte Joachim Gürtler. "Wenn die Unternehmen zurzeit investieren, dann geht es in der Regel um Rationalisierungen oder den Ersatz alter Anlagen."
Besonders getroffen sei die Automobilbranche als größter Investor in der Industrie. Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie gingen Studien von einem Rückgang der Neuzulassungen um eine Million auf 2,7 Millionen Autos im kommenden Jahr aus. "Die Automobilbranche steht vor einem rabenschwarzen Jahr", sagte Gürtler.
Vorsichtiger Optimismus in der Leasingwirtschaft
Die Leasingwirtschaft als wichtiger Kunde der Investitionsgüterbranche musste laut ifo im ersten Halbjahr 2009 einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent hinnehmen. Bei Schiffen, Flugzeugen und Schienenfahrzeugen, aber auch bei immateriellen Wirtschaftsgütern und Maschinen habe der Rückgang sogar 30 Prozent betragen.
Zuletzt habe die Leasing-Branche ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate aber vorsichtig optimistisch eingeschätzt, erklärten die Wirtschaftsforscher.
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