Abwanderung ein "gesellschaftspolitischer Skandal": IG Metall: 10.000 Jobs bei Siemens bedroht
zuletzt aktualisiert: 22.03.2004 - 17:35München (rpo). Offenbar sind bei Siemens mehr als 10.000 Jobs in der Fertigung und Entwicklung akut bedroht. Das gehe aus internen Planungen von Siemens hervor, sagt die IG Metall.
Neben der Mobilfunksparte ICM, die über 2000 Fertigungs-Arbeitsplätze aus Deutschland verlagern wolle, seien auch die Bereiche Automatisierungstechnik, Energieübertragung, Verkehrstechnik und die Netzsparte betroffen, erklärte der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer am Montag in München.
Damit seien von der Abwanderung erstmals in großem Umfang qualifizierte Tätigkeiten in der Entwicklung und Konzernverwaltung betroffen, die bislang als relativ sicher galten. Ende März wolle der Konzern die Verlagerungspläne dem Gesamtbetriebsrat erläutern.
Neugebauer nannte es einen gesellschaftspolitischen Skandal, dass ein Großunternehmen wie Siemens, das von den Qualitäten des Standorts Deutschland enorm profitiert habe, wegen kurzfristiger Kostenvorteile nach Osteuropa, Indien und China fliehe. Nach Angaben der Gewerkschaft sind von den Plänen auch andere Hochlohn-Standorte bei Siemens wie die USA oder Österreich betroffen.
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