Staatshilfe reicht länger als erwartet: IG Metall: Opel hat bei GM keine Zukunft
zuletzt aktualisiert: 31.10.2009 - 12:49Berlin (RPO). Die IG Metall lehnt einen Verbleib des Rüsselsheimer Autobauers Opel bei seiner amerikanischen Muttergesellschaft General Motors (GM) weiter ab. Unterdessen lässt der Opel-Betriebsrat verlauten, dass die Staatshilfe bis Anfang 2010 reichen wird.
"Opel hat nur dann eine Überlebenschance, wenn das Unternehmen mit entsprechenden Finanzen ausgerüstet wird. GM hat diese Mittel jedoch nicht", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Berthold Huber der "Welt am Sonntag".
In den vergangenen Tagen waren Spekulationen aufgetaucht, wonach GM seine deutsche Tochter doch nicht an das Konsortium um den kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer Magna und die russische Sberbank verkaufen, sondern selbst behalten will. Der GM-Verwaltungsrat will sich kommenden Dienstag mit dem Verkauf Opels befassen.
Huber sagte, er glaube nicht, dass die Chancen für einen Verkauf an Magna nach dem Sieg von Schwarz-Gelb bei der Bundestagswahl gesunken sind: "Ich glaube nicht, dass das Paket noch mal aufgeschnürt wird." Er sei "relativ sicher, dass die Linie Magna hält", wird Huber zitiert.
Opel-Staatshilfe reicht laut Betriebsrat länger als erwartet
Die ursprünglich bis Ende November datierte staatliche Überbrückungshilfe für Opel wird nach Betriebsratsangaben voraussichtlich bis Anfang 2010 ausreichen und dem Unternehmen Luft im Tauziehen um die Magna-Übernahme verschaffen. "Wir haben durch den guten Absatz im Zuge der Abwrackprämie und auch durch den Erfolg des neuen Insignia mehr eingenommen als ursprünglich erwartet", sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel der "Automobilwoche".
Das Geld werde deshalb wohl bis in den Januar hinein reichen. Ursprünglich war die staatliche Brückenfinanzierung über 1,5 Milliarden Euro bis zum 30. November datiert.
Vor der Tagung des GM-Verwaltungsrates am 3. November ist der Ausgang der Beratungen über den Verkauf an Magna weiterhin völlig offen, schreibt das Magazin. Zwar wollten die Opel-Arbeitnehmer sich wappnen, von einem "Generalstreik" spreche aber derzeit niemand, sagte Einenkel. Zugleich machte er dem Bericht zufolge deutlich: "Wir lassen uns aber nicht unser Werk schließen".
Magna will Opel-Chefposten offenbar selbst besetzen
Opel soll nach Abschluss des Verkaufsprozesses offenbar doch nicht vom Chef der General-Motors-Europasparte, Carl-Peter Forster, geführt werden. Vielmehr solle mit Herbert Demel ein Manager aus den Reihen des neuen Eigners Magna den Autokonzern leiten, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Samstag vorab unter Berufung auf Kreise des österreichisch-kanadischen Zulieferers.
Demel verantwortet dem Bericht zufolge derzeit die Magna-Steyr Fahrzeugtechnik in Graz, die unter anderem für BMW und Daimler Autos entwickelt und produziert. Diese Stelle müsste er jedoch aufgeben, da die Kunden von Magna auf einer strikten Trennung der Auto- und Zulieferer-Sparten bestünden.
Bislang seien Demel als Chef der Opel-Holding und der Chef der Europasparte der Opel-Mutter General Motors (GM), Carl-Peter Forster, als Verantwortlicher für das operative Geschäft im Gespräch gewesen. Aus dem Umfeld Forsters hieß es weiter, dass dieser sich derzeit nach einem neuen Job umsehe.
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