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Jobsicherung hat Vorrang: IG Metall: Tarifrunde ohne Lohnforderung

zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 13:10

Frankfurt/Main (RPO). In der anstehenden Tarifrunde setzt die IG Metall anstelle von Lohnerhöhungen auf die Sicherung von Arbeitsplätzen. "Jetzt geht es darum, dass die Krise nicht zur Katastrophe für die Arbeitsplätze wird", sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber.

Der Gewerkschaftschef will mit den Arbeitgebern für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ein Jobpaket bis 2012 vereinbaren. Huber sagte der Tageszeitung "Die Welt", die Beschäftigten wollten eine Reallohnsicherung, entweder als lineare Erhöhung mit kurzer Laufzeit oder als Einmalbetrag.

Auf eine konkrete Zahl wird die IG-Metall-Spitze, die am Dienstag in Frankfurt am Main über die vorgezogene Tarifrunde entscheidet, wohl erstmals verzichten: "Wenn wir unserer bisherigen Linie treu bleiben wollen, dass die Beschäftigung ganz oben steht, dann sollten wir in die Gespräche mit den Arbeitgebern ohne Konditionen hineingehen", sagte Huber. Angesichts der Krise seien neue Lösungen nötig.

Die Produktion in der deutschen Schlüsselindustrie ist im Krisenjahr 2009 dem Bericht zufolge um rund ein Drittel eingebrochen, die Beschäftigung bislang aber nur um fünf Prozent zurückgegangen. Vor allem der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit hat Schlimmeres verhindert. Doch dieses Jahr sei der Verlust von 700.000 Arbeitsplätzen zu befürchten, sagte Huber. Die Industrie befinde sich in der schwierigsten Situation seit der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren.

Forderung nach staatlicher Unterstützung

Huber forderte deshalb weitere Unterstützung des Staates bei der Kurzarbeit: "Ohne die Politik können wir das nicht tariflich durchstehen, ganz einfach, weil unsere Kollegen finanziell an Grenzen stoßen." Entlassungen wären auch für den Sozialstaat die teuerste aller Varianten.

Huber forderte die Bundesregierung erneut auf, die Erstattung der Sozialbeiträge bei der Kurzarbeit bis Mitte 2012 zu verlängern. Zudem bekräftigte der IG-Metall-Chef seine Forderung nach einer tariflichen Kurzarbeit, die gegen einen Teillohnausgleich eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 28 bis 26 Stunden vorsehen könne. Auch dieser Teillohnausgleich müsse befristet beitragsfrei gestellt werden, forderte Huber.

Dabei gehe es nicht um eine Dauersubvention, sondern um eine Überbrückungszeit für die Industrie, die Deutschland den Wohlstand gebracht habe. Die dazu nötigen Mittel der Bundesagentur für Arbeit seien von Arbeitnehmern eingezahlt worden, sagte Huber. Notfalls müsse der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung erhöht werden.

Neben der tariflichen Kurzarbeit fordert die IG Metall in ihrem Jobpaket bessere Übernahmeregelungen für Auszubildende und eine Regulierung der Leiharbeit.

Ergebnis schon bis Ende Februar möglich

Schon seit Dezember laufen in den Tarifbezirken Sondierungsgespräche mit den Arbeitgebern dazu. Am Donnerstag sprachen sich unter anderen die einflussreichen IG-Metall-Bezirke Baden-Württemberg und Bayern für eine vorgezogene Entgelt-Tarifrunde aus, in deren Rahmen vor allem über das Jobpaket verhandelt werden solle. Die Entgelt-Tarifverträge laufen eigentlich erst Ende April aus. Baden-Württemberg erwartet ein Ergebnis der Verhandlungen schon Ende Februar.

Quelle: apd/rm

 
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