Chiphersteller will Arbeitsverträge in Leiharbeitsplätze umwandeln: IG Metall: Weniger Lohn für Infineon-Mitarbeiter
zuletzt aktualisiert: 19.04.2004 - 11:16München/Dresden (rpo). Rund 700 Infineon-Beschäftigte im Werk Dresden müssen möglicherweise auf die Hälfte ihres Lohns verzichten. Nach Informationen der IG Metall will der Münchner Chiphersteller in den kommenden drei Jahren auslaufende befristete Arbeitsverträge in Leiharbeitsplätze umwandeln.
Ein Infineon-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass es Überlegungen "in dieser Richtung" gebe, um flexibler auf Konjunkturschwankungen reagieren zu können. Er wollte jedoch weder die von der IG Metall genannte Stellenzahl noch die finanziellen Details bestätigen.
Die Gespräche mit dem Betriebsrat befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium; es seien noch keine Entscheidungen gefallen, sagte der Infineon-Sprecher. Laut IG Metall wird auf Seiten von Infineon darüber nachgedacht, die Lohndifferenz nach der Umwandlung in Leiharbeitsplätze durch Prämienzahlungen zu mildern. Details dazu seien jedoch noch nicht bekannt.
"Die Firma will mehr von ihrem Risiko auf die Mitarbeiter und die Leiharbeitsfirmen abwälzen", sagte die stellvertretende Betriebsratvorsitzende des Chipwerkes in Dresden, Kerstin Schulzendorf. Infineon begründe die Umwandlungspläne auch mit der Sicherung von Arbeitsplätzen. Der Betriebsrat halte diese Argumente jedoch für überzogen und fordere Verhandlungen, betonte die Gewerkschafterin.
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