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Forderungen: IG Metall will sieben Prozent mehr

VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 05.12.2006 - 08:21

Düsseldorf (RPO). Nachdem die SPD sich bei der Debatte um mehr Geld für ältere Arbeitslose von NRW-Ministerpräsident Rüttgers links überholt sah, ist sie nun offenkundig froh, sich wieder als Arbeitnehmer-Partei zu profilieren. Nachdem SPD-Chef Beck höhere Löhne gefordert hatte, legte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil nach: „Was an Gewinnen jetzt in vielen Branchen da ist, muss sich auf den Lohnzetteln der Kollegen auszahlen“. sagte er.

Das hören die Gewerkschaften gerne. Die IG Metall, Bezirk Küste, macht sich in einem Diskussionspapier für eine Forderung zwischen fünf bis sieben Prozent stark. Hartmut Meine, Chef der IG Metall Niedersachsen, äußerte sich ähnlich. Er verwies auch auf die anstehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer. Der Metalltarifvertrag läuft Ende März aus.

Union und Arbeitgeber wiesen die Forderungen der SPD zurück. Im Osten gehe der Abbau von Arbeitslosigkeit vor Lohnsteigerungen, sagte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt. CSU-Generalsekretär Markus Söder warnte, übertriebene Lohnforderungen nützen der Wirtschaft nichts.

Das Hauptproblem ist, dass es den Unternehmen unterschiedlich gut geht, ohne dass der Flächentarif-Vertrag dies berücksichtigt. „So kletterten die Bruttolöhne in der Metallbranche seit 2000 um insgesamt 18,6 Prozent. Da bleibt bei einem Preisanstieg von 11,8 Prozent einiges über“, sagt Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft. Gesamtwirtschaftlich stiegen die Bruttolöhne dagegen nur um 13,6 Prozent, da bleibt bei 11,8 Prozent Preisanstieg wenig über.

Doch die Lohnzurückhaltung hat sich ausgezahlt. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 317000 sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden. „Die Tarifparteien sollten die Lohnzurückhaltung beibehalten“, empfiehlt Lesch. „Sonst sitzen Firmen beim nächsten Abschwung wieder auf zu hohen Lohnkosten und sind gezwungen, Stellen abzubauen.“

Um die Arbeitnehmer am Boom einzelner Branchen zu beteiligen, sollten es hohe Einmalzahlungen wie zuletzt in der Stahlindustrie oder besser noch ertragsabhängige Zahlungen geben. Die Chemie-Industrie etwa zahlt als Weihnachtsgeld 95 Prozent eines Monatsgehalts. Betrieben, denen es schlecht geht, zahlen bis zu 15 Prozent weniger. Wem es gut geht, bis zu 30 Prozent mehr. Bei Banken reicht die Spannweite beim Weihnachtsgeld von 90 bis 120 Prozent.

Quelle: Rheinische Post

 
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