Bundesanteil an Bank soll verkauft werden: IKB drohen offenbar Notverkäufe
zuletzt aktualisiert: 11.09.2007 - 19:28Düsseldorf (RPO). Die Probleme der Düsseldorfer IKB-Bank sind offenbar massiver als bislang bekannt. Eine Gesellschaft der Bank müsse wohl ihr gesamtes 2,3 Milliarden Euro schweres Portfolio veräußern, dürfte dafür aber nur schwer Käufer finden, heißt es in einem Bericht. Notverkäufe drohen. Weiter heißt es dort, der Bund werde sich von seinen IKB-Anteilen trennen.
Wie das in Düsseldorf erscheinende "Handelsblatt" berichtet, kann sich die IKB-Zweckgesellschaft Rhinebridge nicht mehr über kurzfristige Schuldverschreibungen - sogenannte Commercial Papers - refinanzieren. Deshalb habe sie jetzt von Banken zugesicherte Liquiditätslinien ziehen müssen, so die Zeitung.
Dem Bericht zufolge erwarten Finanzkreise, dass Rhinebridge Ende dieser Woche damit beginnt, das Portfolio von insgesamt 2,3 Milliarden Euro zu verkaufen. Da derzeit für die dort enthaltenen langfristigen Papiere (Asset Backed Securities) nur sehr schwer Abnehmer zu finden sind, wäre der Notverkauf mit erheblichen Preisabschlägen verbunden.
Anders als Rhineland Funding, die größere der beiden Zweckgesellschaften der IKB, ist Rhinebridge nicht Bestandteil des 3,5 Milliarden Euro schweren Pakets, mit dem die IKB im August gerettet wurde. Die IKB hat zwar keine eigenen Liquiditätszusagen an Rhinebridge gegeben, besitzt aber 258 Millionen Dollar an nachrangigen Papieren, die ihren Wert verlieren könnten. Die Bank, die im laufenden Geschäftsjahr mit bis zu 700 Millionen Euro Verlust rechnet, teilte laut "Handelsblatt" mit, man habe "umfassende und ausreichende Rückstellungen für Rhinebridge getätigt".
Die IKB, an der die staatliche KfW-Bankengruppe einen Anteil von 38 Prozent hält, war das erste deutsche Finanzinstitut, das wegen der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Die gesamte Kreditwirtschaft beteiligte sich an einer Rettungsaktion für die Düsseldorfer IKB: Die Verbände der privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken und die KfW verständigten sich darauf, maximal einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro zu tragen.
Gleichzeitig meldet das "Handelsblatt", dass der Verkauf der Bundesbeteiligung in Höhe von 38 Prozent an der IKB angeblich beschlossen ist. Er sei eine der Bedingungen, zu denen die Kreditwirtschaft bereit war, an der milliardenschweren Rettungsaktion für das Institut mitzuwirken, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Bankenkreise. Indirekt gehe das auch aus dem Protokoll über die Unterrichtung des Verwaltungsrates der bundeseigenen KfW vom 29. Juli 2007 hervor, das dem Blatt vorliege.
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