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Mindestens sechs tote Kinder
Ikea ruft nach Todesfällen Kommoden in den USA zurück

Ikea ruft nach Todesfällen bei Kindern Kommoden in den USA zurück
Wenn eine Ikea-Kommode auf ein Kind stürzt: eine Demonstration der Verbraucherschutzbehörde CPSC in den USA. FOTO: ap, CK
New York. Verbraucherschützer erheben schwere Vorwürfe gegen die schwedische Möbelkette Ikea. Kommoden sollen umstürzen können, wenn sich Kleinkinder an ihnen hochziehen. Sechs Kinder sind schon gestorben - jetzt ruft Ikea Millionen Möbel zurück.

Nach dem Tod von Kleinkindern durch umstürzende Möbel ruft Ikea in den USA und Kanada 29 Millionen Kommoden zurück. Dies teilte der schwedische Konzern am Dienstag mit. Denn die amerikanische Verbraucherschutzbehörde CPSC macht umgefallene Ikea-Möbel für den Tod von mindestens sechs Kindern unter drei Jahren verantwortlich. Die Kommoden seien nicht sicher, wenn sie nicht an der Wand befestigt seien, erklärte die Behörde. Auch Ikea mahnte seine Kunden dringend, die Möbel anzudübeln.

Einige der Todesfälle sind allerdings nach Angaben der Behörde sehr lange her. Ein Kind starb bereits vor 27 Jahren, die anderen Fälle stammen aus den Jahren 2002 bis 2016. Die CPSC weiß nach eigenen Angaben darüber hinaus von 36 Fällen, in denen Kinder verletzt wurden.

Der Rückruf betrifft nur Kunden in den USA und Kanada. Betroffen sind mehrere Modelle von Kommoden beziehungsweise Regalen mit Schubkästen. Nach Angaben von Ikea geht es um Kindermöbel mit einer Höhe von mehr als 60 Zentimetern und mehr als 75 Zentimeter hohe Einrichtungsgegenstände für Erwachsene. Alle Modelle wurden bei Ikea in Nordamerika jahrelang verkauft.

Ikea betonte, diese Möbel sollten an der Wand befestigt werden, um ein Umfallen zu verhindern. Wer ein solches Möbelstück besitze und es noch nicht angeschraubt habe, sollte es außer Reichweite von Kindern räumen. Ikea bot kostenlose Sets zur Verankerung der Möbel an. Kunden können sich aber auch den Preis erstatten lassen. Dies gilt für Stücke, die seit 2002 gekauft wurden. Ältere Möbel werden zum halben Preis zurückgenommen.

Der Ikea-Chef in den USA, Lars Petersson, erklärte, die Modelle hätten einen Hinweis in der Gebrauchsanweisung, dass man sie an die Wand schrauben müsse. Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern kostenlose Sets zur Befestigung seines Kommodenmodells Malm verteilt, nachdem es Berichte über Todesfälle bei Kindern gegeben hatte.

Die Verbraucherbehörde betonte, auch andere Hersteller würden belangt, wenn es ein Risiko gebe, dass ihre Möbel umfallen. "Ich appelliere an die Möbelindustrie, rascher sichere Modelle auf den Markt zu bringen", erklärte CPSC-Chef Elliot Kaye.

(hebu/ap)
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