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Wirtschaftsvertreter mit Merkel auf Reisen
Im Gefolge der Kanzlerin

Wirtschaftsvertreter mit Merkel auf Reisen: Im Gefolge der Kanzlerin
Unterwegs mit der Wirtschaft: Als Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump sich im März trafen, saßen deutsche Wirtschaftsvertreter mit am Tisch: Siemens-Chef Joe Kaeser (l.) reiste ebenso mit wie Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld (neben Merkel) und BMW-Chef Harald Krüger (neben Rosenfeld). FOTO: dpa
Düsseldorf. 73 Mal begleiteten Wirtschaftsvertreter Angela Merkel oder einen ihrer Minister in dieser Legislaturperiode auf Reisen. Mit an Bord war dabei alles, was Rang und Namen hat - von BASF bis VW. Ein Konzern war besonders häufig dabei. Von Florian Rinke

Das Treffen war mit Spannung erwartet worden: Angela Merkel trifft Donald Trump. Im Frühjahr reiste die Bundeskanzlerin zu dem Mann, der angekündigt hatte, als US-Präsident vor allem ein Motto zu verfolgen: America first. In der deutschen Wirtschaft hatte dies für mulmige Gefühle gesorgt, immerhin sind die USA einer der wichtigsten Handelspartner. Also flogen gleich drei Manager mit, um Merkel zu unterstützen: Der Chef des Industriekonzerns Siemens, Joe Kaeser, der Chef des Automobilzulieferers Schaeffler, Klaus Rosenfeld, und der Chef des Autoherstellers BMW, Harald Krüger.

Außenpolitik, das machte diese Reise mal wieder klar, ist beim Exportweltmeister Deutschland auch immer Wirtschaftspolitik. Wie eng die Bundesregierung und die Wirtschaft dabei zusammenarbeiten, zeigt eine Aufstellung als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken, über die die "Wirtschaftswoche" nun berichtet: 73-mal reisten die Kanzlerin oder Bundesminister demnach in dieser Legislaturperiode mit Vertretern der Wirtschaft um die Welt, um für "Made in Germany" zu werben.

Kein Unternehmen war dabei so häufig vertreten wie Siemens: 32-mal schickte der Industriekonzern mindestens einen Manager mit. Dabei reisen die Siemens-Manager vorzugsweise mit der Kanzlerin, dem Außen- oder Wirtschaftsministerium.

Beispiel China: Bei ihrer Reise im Sommer 2016 wurde Merkel von insgesamt 20 Wirtschaftsvertretern begleitet. Mit an Bord waren unter anderem Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger, Airbus-Chef Tom Enders sowie der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, Christian Seifert - und Siemens-Chef Joe Kaeser.

Im Frühjahr 2017 reiste Merkel dann nach Saudi-Arabien. Hier begleiteten sie unter anderem der Geschäftsführer der Düsseldorfer SMS-Gruppe, Burkhard Dahmen, Lufthansa-Chef Carsten Spohr - und natürlich war auch Kaeser wieder mit der Kanzlerin unterwegs.

Neben Siemens nutzen vor allem sehr große Familienunternehmen die prestigeträchtigen Delegationsreisen. 16-mal saßen Manager des Maschinen- und Anlagenbauers Voith in einem Regierungsflieger. Der Entsorgungskonzern Alba war 15-mal vertreten. An der Spitze des Berliner Recyclingunternehmens stehen die Brüder Axel und Eric Schweitzer, die sich die Reisen auf- teilen. Eric ist Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Auch der Landmaschinenbauer Claas (zwölfmal) aus dem ostwestfälischen Harsewinkel , Gipsproduzent Knauf (elfmal) und Tunnelbohrer Herrenknecht (elf-mal) begleiteten die Regierung gerne ins Ausland.

Bei der Häufigkeit der Reisen mit der Bundesregierung seit 2013 folgen hinter Siemens (32 Reisen), Voith (16) und Alba/DIHK (15) auf den weiteren Plätzen der Essener Stahlkonzern Thyssenkrupp (15), Claas und die Lufthansa (je 12), Volkswagen, BASF, Knauf, Herrenknecht und die staatliche Förderbank KfW (11) sowie die Deutsche Bahn mit zehn Reisebegleitungen.

Quelle: RP
 
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