Einkommen: Immer mehr Deutsche armutsgefährdet
zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 12:41Wiesbaden/Düsseldorf (RPO). Die finanzielle Lage der Deutschen verschlechtert sich: Nach Angaben des statistischen Bundesamts waren 2009 knapp 14,6 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Vor allem Alleinerziehende und Erwerbslose sind betroffen.
Die Debatten um Hartz IV, Mindestlöhne und prekäre Lebensverhältnisse bewegen Deutschland seit einiger Zeit - und haben einen sehr realen Hintergrund. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat jetzt mitgeteilt, dass inzwischen knapp 14,6 Prozent der Bevölkerung armutsgfährdet sind. Damit sind über elf Millionen Deutsche betroffen. Hier lässt sich ein leichter Trend ablesen: Für 2006 vermeldeten die Statistiker einen Wert von 14,0 Prozent, ein Jahr zuvor allerdings 14,7 Prozent.
Damit haben die Deutschen die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden. Die Arbeitslosigkeit stieg im vergangenen Jahr zwar spürbar, aber nicht so stark wie befürchtet an. Aber Erwerbslose haben generell ein besonderes Armutsrisiko: 54 Prozent sind gefährdet. Sie fallen schnell unter die Armutsgefährdungsschwelle.
Als armutsgefährdet gilt nach Definition der EU, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient. Diese Armutsgefährdungsschwelle liegt bei einem Ein-Personen-Haushalt bei 801 Euro im Monat. Für zwei Erwachsene und zwei Kinder unter 14 Jahren liegt der Grenzwert bei 1683 Euro (Mehr statistische Informationen finden Sie hier).
Bestimmte Trends haben weiterhin Bestand: Von den Bevölkerungsgruppen sind vor allem Alleinerziehende und ihre Kinder betroffen (40 Prozent). Bürger ohne deutsche Staatsangehörigkeit kommen auf eine Quote von 31,8 Prozent. Regional gesehen sind vor allem die ostdeutschen Bundesländer gefährdet.
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