Serie Ratgeber Geld: In der Krise richtig investieren
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 10:50(RP). Das Angebot an Alternativen zum Sparstrumpf ist riesig. Einige Anlageformen gelten als sehr sicher, werfen aber nur eine niedrige Rendite ab. Riskantere Anlagen wie Aktienfonds und Zertifikate bergen mehr Chancen und mehr Risiken. Wir erklären die wichtigsten Geldanlagen.
Die Finanzkrise hat Anleger verunsichert. Welche Anlageformen sind sicher? Wie viel Zinsen gibt es? Sollte man in Fonds investieren? Wir erklären Chancen, Risiken und Kosten der wichtigsten Sparformen.
Sparbuch Auch wenn die meisten Urkunden dieser Sparform heute Magnetkarten und keine Bücher mehr sind, ist die Popularität der Spareinlage ungebrochen. Das Sparbuch dient nicht dem Zahlungsverkehr. Auf das unbefristet angelegte Geld gibt es relativ niedrige Zinsen. Zurzeit liegen sie zwischen 0,25 und 1,5 Prozent. Das Sparbuch ist eine der sichersten Anlageformen. 2000 Euro können ohne Kündigung sofort abgehoben werden. Für größere Beträge gilt die dreimonatige Kündigungsfrist. Wer schneller an sein Geld will, muss einen Abschlag, den so genannten Vorschusszins, in Kauf nehmen. Es gibt keine Mindesteinlage.
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Festgeld Bei der auch oft Termingeld genannten Anlage wird ein Betrag für einen oder mehrere Monate fest angelegt. Je länger der Anlagezeitraum und je größer die angelegte Summe, desto höher ist auch der Zins. Anders als beim Sparbuch sind Verfügungen vor dem Verfalls-Termin nicht möglich. Wegen des zurzeit historisch niedrigen Zinsniveaus sind auch die Festgeldkonditionen wenig attraktiv. Je nach Kreditinstitut werden derzeit zwischen 0,5 und 2,0 Prozent Zinsen pro Jahr bezahlt.
Tagesgeld Das Geld ist hier täglich verfügbar. Eine Kündigung ist nicht erforderlich. Der Nachteil des Tagesgeldes ist, dass die Bank den Zinssatz täglich ändern kann. Meist liegt der Zinssatz etwas höher als bei Sparbuch und Termingeld. Das liegt vor allem daran, dass Banken, besonders Direkt-Banken, attraktive Konditionen für Tagesgeld bieten, um Kunden auch für andere Geschäfte anzulocken. So gab es vor Ausbruch der Krise oft sechs Prozent und mehr. Diese Zeiten sind vorbei. Die Angebote schwanken zwischen einem und 2,5 Prozent – gelegentlich auch etwas mehr, zum Beispiel wenn ein Depot zusätzlich abgeschlossen wird.
Geldmarktfonds Dabei handelt es sich um einen Investmentfonds, der ausschließlich in kurzfristige oder bald auslaufende festverzinsliche Wertpapiere investiert. Er bietet Zinssätze, die leicht über dem Tagesgeldniveau liegen. Allerdings ist ein Depot erforderlich. Viele Kunden empfinden die Orderaufträge, die beim Verkauf erforderlich sind, als umständlich. Das Geld erhalten Kunden stets zwei Werktage nach Auftragserteilung.
Aktienfonds Diese Anlageprodukte bündeln verschiedene Aktien in einem Topf. Der Vorteil: Dadurch, dass Anleger nicht auf eine einzige Aktie, sondern auf ein ganzes Bündel setzen, minimieren sie das Kurs- und Ausfallrisiko. Das Sparen auf Aktienfonds wird für bestimmte Einkommensgruppen sogar vom Staat gefördert. "Vorteil der Aktienfonds ist, dass die Wertpapiere in einem Sondervermögen angelegt werden", erklärt Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. "Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft sind diese Sondervermögen geschützt", so Cabras weiter. Aktienfonds sind grundsätzlich genauso riskant wie die Aktien, die sich dahinter verbergen. Sie sind eine Anlageform für Anleger mit wenig Risikoscheu. Aktienfonds können spezialisiert sein auf bestimmte Branchen, Länder oder Risikoklassen. Beim Kauf werden meist fünf Prozent Ausgabeaufschlag fällig. Zusätzlich wird pro Jahr eine Verwaltungsgebühr von ein bis zwei Prozent erhoben.
Zertifikate Sie sind preiswerter als Fonds. Es gibt unterschiedliche Ankaufs- und Verkaufskurse, so dass umgerechnet eine Gebühr von rund zwei Prozent entsteht. Anders als Fonds sind Zertifikate Schuldverschreibungen. Bei einer Pleite des Emittenten fällt das Geld in die Insolvenzmasse. Zertifikate bilden oft einen Index wie den Dax ab. Es gibt keinen Fondsmanager, der bei Bedarf die Investments anpasst.
Verzinsliche Wertpapiere Sie heißen oft Renten, Schuldverschreibungen, Anleihen oder Bonds. Sie stellen einen verbrieften Kredit an ein Unternehmen oder den Staat dar. Sie haben geringere Kursschwankungen als Aktien. Bei steigenden Zinsen sinken die Kurse und umgekehrt. Die Zinsen variieren nach Laufzeit und nach Bonität des Schuldners. Staatsanleihen der Bundesrepublik gelten als besonders sicher und bieten daher niedrige Zinsen. Anleihen gefährdeter Unternehmen bieten bei hohem Risiko die beste Verzinsung.
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