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Rezession im Euroraum: Industrieproduktion bricht stärker ein als erwartet

zuletzt aktualisiert: 12.02.2009 - 16:28

Luxemburg (RPO). Die Industrieproduktion im Euroraum ist zum Jahresende 2008 deutlicher eingebrochen als erwartet. Sie ist so stark zurückgegangen wie noch nie in der Geschichte des gemeinsamen Währungsraums. Bankvolkswirte zeigen sich frustriert angesichts der anhaltend katastrophalen Datenlage.

Die Produktion ohne das Baugewerbe sackte im Dezember gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 2,6 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,0 Prozent ab, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte.

Damit wurden die ausgeprägtesten Einbußen seit Beginn der Berechnungen Anfang der 1990er Jahre verzeichnet. Volkswirte hatten auf Vormonatssicht mit einem Rückgang um 2,5 Prozent und im Jahresvergleich mit einem Minus von 9,0 Prozent gerechnet.

In der gesamten EU fiel die Industrieproduktion um 2,3 Prozent

Im November war die Industrieproduktion revidierten Berechnungen zufolge gegenüber dem Vormonat bereits um 2,2 Prozent und auf Jahressicht um 8,4 Prozent gesunken. In der gesamten EU (27 Länder) fiel die Industrieproduktion im Dezember auf Monatssicht um 2,3 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,5 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2008 schwächte sich die Produktion in der Eurozone um 1,7 Prozent ab und in der gesamten EU um 1,6 Prozent.

Bankvolkswirte zeigten sich frustriert

Bankvolkswirte zeigten sich frustriert angesichts der anhaltend katastrophalen Datenlage. "Das Produktionsminus auf Jahressicht ist doppelt so hoch wie die schlechteste Jahresrate während der Rezession der Jahre 1992/1993", sagte Ken Wattret von BNP Paribas. Die aktuelle Entwicklung werde zu einem massiven Stellenabbau führen, dies wiederum werde den wirtschaftlichen Abschwung aufrechterhalten, zeigte er sich pessimistisch für die Zukunft.

Martin van Vliet von der ING Bank erklärte zudem, "die gegenwärtigen Stimmungsdaten weisen auf einen weiteren scharfen Produktionsrückgang im Januar hin". Immerhin wagte er die Prognose, dass sich der Industrieabschwung im Februar abschwächen könne, da die Lager bereits stark geräumt seien und so gewisser Nachholbedarf wirksam werden könnte. "Wachstumsraten bei der Industrieproduktion sind aber noch nicht in Sicht", erklärte van Vliet.

Quelle: DDP

 
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