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Chiphersteller: Infineon mit glänzenden Zahlen

zuletzt aktualisiert: 17.02.2011 - 15:43

München (RPO). Zum ersten Mal hat Infineon-Chef Peter Bauer am Donnerstag mit einem Konzerngewinn, einer Dividende und einem glänzenden Ausblick vor die Hauptversammlung treten können. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag um fünf Jahre und erhöhte sein Jahresgehalt auf bis zu vier Millionen Euro.

Die Aktionäre, die vor zwei Jahren noch die Pleite des Chipherstellers befürchten mussten, sorgen sich jetzt plötzlich um die prall gefüllten Kassen des Unternehmens.

Bauer sagte in München, nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr und dem Verkauf der Handychip-Sparte an Intel habe Infineon "2,7 Milliarden Euro an liquiden Mitteln" in der Kasse. Davon wolle er 700 Millionen Euro in neue Fertigungsanlagen investieren, 100 Millionen Euro würden als Dividende ausgeschüttet, außerdem wolle er Aktien zurückkaufen. Für Zukäufe aber sei der Markt derzeit zu teuer. "Wir wollen, wenn der Markt am Boden ist, investieren können", erklärte der Infineon-Chef. "Geld brennt keine Löcher in die Hosentasche. Problematische Zukäufe können die Taschen aber dauerhaft leeren", sagte Bauer.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte: "Was für ein schöner Tag für Infineon-Aktionäre." Das Unternehmen sei endlich auf dem richtigen Weg. Aber mit 2,7 Milliarden Euro Bargeld bei einem Börsenwert von 8,8 Milliarden sei Infineon "ein Objekt der Begierde, also ein Übernahmekandidat", sagte Bergdolt. "Sie sind ja keine Bank." Andere Aktionäre forderten eine höhere Ausschüttung. Dagegen unterstützte der Union-Investment-Fondsmanager Ingo Speich Bauers Kurs: "Kaufen Sie nicht zu Höchstpreisen ein, bleiben Sie standhaft", sagte er.

Bauer sagte, bei einer Übernahme müsste ein Käufer mindestens 40 Prozent Prämie zusätzlich zum Börsenwert zahlen. Außerdem sehe er weder in der Branche noch unter Finanzinvestoren einen möglichen Käufer.

Gehaltserhöhung auf bis zu vier Millionen Euro

Nach jahrelangen Verlusten in Milliardenhöhe hatte Bauer, der 2008 Vorstandschef wurde, den Konzern saniert und 2010 erstmals einen Gewinn von 660 Millionen Euro erreicht. Am Donnerstag wurde sein Vertrag bis September 2016 verlängert. Sein Einkommen, das sich 2010 mit Boni auf 2,2 Millionen Euro verdoppelte, ist künftig überwiegend vom Unternehmenserfolg abhängig und steigt in einem Durchschnittsjahr auf 2,4 Millionen Euro. Im schlechtesten Fall bekommt er nur 1,1 Million Euro Grundgehalt, im besten Fall über 4,0 Millionen Euro. Fast alle Aktionärsvertreter lobten seinen erfolgreichen Konzernumbau, kritisierten aber die neuen Vergütungsregeln als undurchschaubar.

"Sehr gesunde Auftragseingänge"

Im laufenden Jahr will der Marktführer bei Automobilelektronik seinen Umsatz um 15 Prozent auf über 3,8 Milliarden Euro steigern und das Betriebsergebnis um knapp 20 Prozent auf über 700 Millionen Euro. Infineon profitiere vor allem vom Autoboom in China. Der Aufschwung in der Halbleiterei gehe weiter, "wir sehen sehr gesunde Auftragseingänge und eine anhaltende Nachfrage", sagte Bauer und kündigte den Aktionären noch ertragreichere Zeiten an. Die Fokussierung auf Automobil-, Industrie- und Kartenchips zahle sich aus. "Infineon spielt heute in einer anderen Liga."

Die Aktionäre bekommen zum ersten Mal seit dem Börsengang vor zehn Jahren eine Dividende von zehn Cent, profitieren aber vor allem von der Verdopplung des Aktienkurses innerhalb eines Jahres.

Neuer Aufsichtsratschef Mayrhuber

Der ehemalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sollte nach der Hauptversammlung als Nachfolger von Klaus Wucherer zum neuen Aufsichtsratschef gewählt werden. Vertreter von Aktienfonds forderten Mayrhuber auf, einige seiner anderen Aufsichtsratsmandate abzugeben, um genug Zeit für Infineon zu haben.

Quelle: apd/felt

 
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