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Rentner Panorama Symbolbild
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Studie: Inflation trifft Rentner härter

VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 19.06.2010 - 08:41

(RP). Rentner müssen in Zukunft den Gürtel noch enger schnallen. Dass das Rentenniveau sinken wird, ist ebensowenig neu wie die Tatsache, dass Sozialabgaben und Steuern für Ruheständler steigen. Neu ist aber, dass Pensionäre unter der Inflation in den nächsten Jahren weit stärker leiden werden als durchschnittliche Arbeitnehmer. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), das von der Deutschen Bank finanziert wird.

Rentner haben in weiten Teilen ein anderes Ausgabe-Verhalten als Arbeitnehmer. "Weil rentnerspezifische Güter im Preis schneller steigen als die durchschnittliche Inflationsrate, wird dieser Kaufkraftverlust eine bedeutende neue Einkommenslücke in den Geldbeutel der künftigen Rentner reißen", sagt Reiner Braun, Mitautor der Studie. So geben 80-Jährige und Ältere mit neun Prozent ihres Einkommens etwa doppelt soviel für Medikamente oder Arztrechnungen aus wie ein durchschnittlicher Verbraucher.

Gesundheitskosten als Preistreiber

Laut DIA-Studie wird sich dieser Trend sogar noch verstärken. Gerade diese Gesundheitskosten steigen aber deutlich stärker als andere Güterpreise. So wurden Gesundheitsprodukte seit 1999 pro Jahr im Schnitt 2,7 Prozent teurer, deutlich mehr als die Inflationsrate. Für die Zukunft erwarten die Forscher bei diesen Produkten sogar einen jährlichen Preisanstieg von 4,5 Prozent.

Einen ähnlichen Trend beobachtet Reiner Braun bei den Kosten fürs Wohnen. Rentner geben mit 32 Prozent ihres Einkommens deutlich mehr dafür aus als Durchschnittsbürger (28 Prozent). Und Mieten und Nebenkosten steigen mit drei Prozent auch überdurchschnittlich stark. Insgesamt prognostizieren die DIA-Forscher für Ruheständler eine Inflation von 2,61 Prozent (Durchschnitt: 2,28 Prozent).

Von sinkenden Preisen können Rentner obendrein weniger profitieren als Arbeitnehmer. So werden Telefonieren und Internet zwar permanent preiswerter. Ruheständler geben aber mit nur drei Prozent rund ein Viertel weniger für Kommunikation aus als Arbeitnehmer.

Heute verfügt ein zweiköpfiger Rentnerhaushalt laut Studie über etwa 1700 Euro. Um den gleichen Lebensstandard im Jahr 2030 halten zu können, müssten zwischen 250 und 330 Euro im Monat hinzukommen, teilt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein mit. Etwas besser weg kommen Ruheständler mit einer eigenen Immobilie. Bei Ihnen fällt die Miete flach, vorausgesetzt, Wohnung oder Haus sind schuldenfrei. Die steigenden Nebenkosten lasten allerdings auch auf Eigentümern.

Verschärft wird die Lage von Rentnern auch durch die nachgelagerte Besteuerung. Seit der Umstellung 2005 steigt der steuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente jährlich, bis im Jahr 2040 die Rente voll steuerpflichtig sein wird.

Quelle: RP

 
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