Forderungen von über 1,68 Milliarden Dollar: Investmentbank verklagt Krisenbank IKB
zuletzt aktualisiert: 25.08.2009 - 16:17Düsseldorf (RPO). Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB ist von der französischen Investmentbank Calyon auf Schadenersatz in Höhe von mehr als 1,68 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) verklagt worden. Wie das Düsseldorfer Geldinstitut am Dienstag mitteilte, steht die Klage in Zusammenhang mit einer bereits seit März 2008 laufenden Schadenersatzklage des amerikanischen Anleiheversicherers Financial Guaranty Insurance Company (FGIC) in nahezu derselben Höhe.
Die FGIC wirft der IKB Kreisen zufolge vor, falsche Angaben über eine ihrer Zweckgesellschaften gemacht zu haben, mit der die Düsseldorfer Bank vor mehr als zwei Jahren in den Strudel der US-Immobilienkrise geraten war. Die FGIC hatte Wertpapiere der Zweckgesellschaften versichert.
Auch Calyon, ein Tochterunternehmen der französischen Großbank Crédit Agricole, zählte laut Bankkreisen zu den Versicherern der Zweckgesellschaft und will sich eventuelle Schadensersatzansprüche nun mit einer eigenständigen Klage sichern. Die IKB prüfe die geltend gemachten Forderungen, erklärte die Bank. Sollte das Geldinstitut tatsächlich zahlen müssen, dann aber nur an einen der Kläger. Die Forderungen würden nicht summiert, hieß es.
Keine wesentlichen Folgen für Ergebnis
Mit wesentlichen Auswirkungen auf das wirtschaftliche Ergebnis sei aber auch in diesem Fall nicht zu rechnen, erklärte die Bank. Die IKB geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Risiken durch die Staatsbank KfW weitestgehend gedeckt sind. Die frühere Hauptaktionärin hat mit der IKB laut jüngstem Finanzbericht im September 2008 eine Vereinbarung getroffen, derzufolge die Bank in bestimmtem Unfang von Ansprüchen aus Rechtsstreitigkeiten freigestellt ist.
DSW will Sonderprüfung gerichtlich erzwingen
Neuer Ärger steht der IKB derweil auch von Seiten der Aktionärsschützer ins Haus. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will die im März vom neuen IKB-Eigentümer Lone Star gestoppte Sonderprüfung bei der Mittelstandsbank nun gerichtlich durchsetzen. Beim Amtsgericht Düsseldorf sei ein Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Sonderprüfers eingegangen, teilte die DSW mit.
Ziel sei es, den früheren Sonderprüfer wiedereinzusetzen, damit er seine Begutachtung zu Ende bringen könne. "Wir brauchen diese Sonderprüfung, um Klarheit darüber zu bekommen, wie es zu dem Beinahe-Zusammenbruch der Bank kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.
Die IKB war im Juli 2007 nach massiven Fehlspekulationen als erste deutsche Bank in den Sog der US-Immobilienkrise geraten und konnte nur durch ein 10 Milliarden Euro schweres Rettungspaket der KfW, des Bundes und privater Banken gerettet werden. Vom Bankenrettungsfonds SoFFin erhielt die Bank zuletzt im Juli eine neue Milliardenspritze - der Garantierahmen wurde um weitere sieben Milliarden Euro auf insgesamt zwölf Milliarden Euro erhöht.
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